Schnitt-Fest…

Immer mal wieder wird es an dieser Stelle Hinweise auf oder Besuchsberichte von Ausstellungen geben, die herausragende Positionen europäischen Kunsthandwerks zeigen und/oder sich engagiert mit Wurzeln und Zukunft beschäftigen.

Im Moment hat man in Zürich die Gelegenheit ein wahres „Schnitt-Fest“ zu besuchen:
Psaligraphie/Scherenschnitt/Papercut:

„Symmetrie, Ausschnitt, Kontur – das sind die Merkmale des Scherenschnitts.
Als charakteristisches Schweizer Kunsthandwerk zieht die Psaligrafie seit mehr als hundert Jahren Künstlerinnen und Künstler in ihren Bann.
Das Wesen der Zeichnung durch Schere und Messer erweiternd, experimentiert der Schnitt ins Papier heute mit ungewohnten Techniken und zusätzlichen
Materialien, emanzipiert sich ins Skulpturalle oder erobert den dreidimensionalen Raum.
Den mehr als einhundert aktuellen, vom Traditionellen zum Zeitgenössischen einen weiten Bogen spannenden Werken der 7. Scherenschnitt-Ausstellung des Schweizerischen Vereins Freunde des Scherenschnitts bietet das Museum Bellerive eine Bühne mit klaren Konturen.
Im lustvollen Dialog mit rund vierzig ausgewählten Positionen der internationalen
Gegenwartskunst überrascht die bemerkenswerte Vielgestaltigkeit der Materie Papier.

In der internationalen Gegenwartskunst lässt sich heute ein erneutes Interesse an den Techniken des Papierschnitts beobachten: Als Erweiterung des Zeichnungsbegriffs wird dieser im zeitgenössischen Kontext verstanden, fremde Materialien werden einbezogen und Berührungsängste gegenüber neuen Herstellungsmethoden abgebaut. Das Papier selbst emanzipiert sich ins Räumliche und Skulpturalle – Aktualisierungen, die den Horizont des Mediums erfrischen und erweitern.“ (Text Museum Bellrive)

Museum Bellrive, Ein Haus des Museums für Gestaltung; Zürich bis 4. April
www.museum-bellrive.ch

Natürlich hat durch die Verankerung des Scherenschnitts in der Schweizer „Volkskunst“ die Ausstellung einen traditionellen Schwerpunkt, doch immer mehr auch Schweizer Scherenschneider/innen brechen auf und suchen eine zeitgenössische Sprache für ihre Kunst und erinnern wir uns an die dort auch vertretenen Arbeiten von Kara Walker: das vermeintlich Biedermeierliche wird, kaum drehen wir ihm den Rücken zu, durch die Schere zur scharfen Sozialkritik. Empfehlenswert…

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