Alle Vögel sind schon da…

Während uns draußen noch die Kälte beeinträchtigt, birgt der Februar die Lust auf Farbe und frühlingshafte Dekoration.
Auch wenn die Vogelzüge noch am Himmel auf sich warten lassen, im CRAFTkontor haben sie sich schon niedergelassen…
Gutes Kunsthandwerk findet sich ja auch in kleinen Dingen zum Verschenken und Dekorieren.
Zu Gast sind die wundervollen geschnitzen Holzvögel von Kalman Incze aus Ungarn, die Holz/Filzvögel des Frauenduos Claudia Philipp und Catherine Gschwind, die Spatzen der Glasbläserin Barbara von Ebner Eschenbach und die Vogelbilder von Mirco Götz.

Schwanzmeise, Amsel, Zaunkönig und verschiedene Arten von Wasservögeln hat Kalman Incze im Paket geschickt.Kalman Incze, Winteramsel, Nussbaumholz, handgeschnitzt; (Foto: K.Incze)
Kalman Incze, Winteramsel, Nussbaumholz, handgeschnitzt; (Foto: K.Incze)

Er schnitzt so perfekt, das man die Art des Vogels direkt erkennen kann – zauberhaft! Kalman bezeichnet sich selbst als „madardalfarago“, was etwa Vogelzwitscher-Schnitzer heißt. Und das Ganze aus heimischen Hölzern: Buchsbaum, Nussbaum, Birnbaum…Fensterdekoration Ausstellung "Vogelfluglinie" mit Holzvögeln von Kalman Incze. (Foto: CRAFTkontor)Fensterdekoration Ausstellung „Vogelfluglinie“ mit Holzvögeln von Kalman Incze. (Foto: CRAFTkontor)

Wie schön man diese Vögel neben einem Bumenstrauss dekorieren kann…

Das gilt auch für die gesägten, bemalten und umfilzten Vögel von Claudia Philipp und Catherine Gschwind. Die eine ist für die Gestalt und die artengerechte Farbe zuständig, die andere umfilzt das Holz mit warmen „Pullöverchen“, die das Federkleid andeuten…Claudia Philipp, Catherine Gschwind, Spatz, Holz, Farbe und Filz; (Foto: CRAFTkontor)Claudia Philipp, Catherine Gschwind, Spatz, Holz, Farbe und Filz;
(Foto: CRAFTkontor)Dekoration im CRAFTkontor mit Holz/Filz Amsel und Acrylgemälde eines Vogels von Mirco Götz; (Foto: CRAFTkontor)Dekoration im CRAFTkontor mit Holz/Filz Amsel und Acrylgemälde eines Vogels von Mirco Götz; Porzellangefäße von Martina Sigmund-Servetti, Schmuck von Ossi Oswald; (Foto: CRAFTkontor)

Neben noch eher winterlichen Vogelmotiven wie oben, zeigt Mirco Götz aus Bremen auf seinen Acrylbildern auch Vogelimpressionen mit viel Licht und Farbe – sehr dekorative Bilder !Mirko Götz, "Kolheköpfchen" Acryl auf Leinwand; (Foto: CRAFTkontor)Mirco Götz, „Kolheköpfchen“ Acryl auf Leinwand; (Foto: CRAFTkontor)

Und ganz viel Farbe bringen die kleinen Glasspätzchen von Barbara von Ebner Eschenbach ins Haus: Farbglas und Klarglas zusammen mit der Glaspfeife zu einem lustigen pummeligen Vögelchen geformt: das sind hübsche Frühlingsboten im Haus und als Geschenk…Dekoration im CRAFTkontor mit Glasvögeln von B. von Ebner-Eschenbach, Glasobjekt von Frank Meurer und Glaskette von Inge Kern; (Foto: CRAFTkontor)Dekoration im CRAFTkontor mit Glasvögeln von B. von Ebner-Eschenbach, Glasobjekt von Frank Meurer und Glaskette von Inge Kern;
(Foto: CRAFTkontor)

Bekommen Sie nicht Lust, ein paar Vögel bei sich einfliegen zu lassen ?
Herzlich willkommen!

 

Das Jahr 1 nach dem 10jährigen…

Und weiter gehts: handgemacht, phantasievoll, außergewöhnlich…
Neues von schon vorgestellten Kunsthandwerkern und die Entdeckung noch unbekannter Ateliers und Werkstätten steht an…

Es wird wieder 4 Ausstellungen im Jahr geben und auch wieder die tolle „Lange Galerienacht“ in Bad Godesberg,
dieses Jahr am FREITAG, 3. MAI.
SAVE THE DATE…!

Wir beginnen dekorativ auf den Spuren des Frühlings und folgen der:Einladungskarte "Vogelfluglinie" (Copyright: Rühmekorf/Portsteffen)Einladungskarte „Vogelfluglinie“ (Copyright: Rühmekorf/Portsteffen)

…Die Bänke stehen wartend da,
die Gräser wiegen her und hin,
und manchmal scheint der Himmel nah,
und lange Vogelschwärme ziehn….“
(Mascha Kaleko)

Herzlich willkommen zur Frühlingsausstellung im CRAFTkontor ab DONNERSTAG, 7. Februar 2019

Season Greetings

Catherine Bernaisch, Fiberglasschale mit LED festlich beleuchtet;

Catherine Bernaisch, Fiberglasschale mit LED festlich beleuchtet;

Herzlicher Gruß an Sie !

Das Jahr neigt sich dem Ende – ein Endspurt wie in jedem Jahr, der kaum Zeit zu Muße läßt…

Ein gut gefülltes Jahr – schöne Begegnungen und daraus resultierende gute Ausstellungen für das CRAFTkontor – das Jahr des 10 jährigen Jubiläums.

Ein dickes Danke Schön daher an alle Mitausstellenden und Mithelfer dieses Jahres: für gute Zusammenarbeit und schön gestaltete Objekte – für Anregungen und Inspiration – für Wertschätzung und Zuspruch…

Denn wir alles wissen, neben den „Lautsprechern“ der Mode, des preiswert, preiswert und des schnellen Konsums, ist das Handgemachte, das Kunsthandwerk ein „Leisesprecher“, nichts desto weniger bedeutsamer und wichtiger als je zuvor.

Alle sprechen von Recourcenschonung, Regionalität, Langlebigkeit und Wertigkeit – von guter nachhaltiger Gestaltung ganz abgesehen, doch richten sie sich danach ?
– wir alle wissen, das es nicht einfach ist, in unserem Metier…

Aber 10 Jahre daran zu arbeiten sind ein Erfolg und auch ein Grund dankbar zu sein, dankbar Ihnen, den Kunden/innen, die mitgehen, mitdenken und in ihrer Individualität Freude machen…

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns allen schöne ruhige Festtage
und einen guten Weg in ein erfolgreiches  neues Jahr 2019 !

Ihre Anngret Portsteffen

Die 10. Wunderkammer…

Da das Jahr diesmal nahtlos von Spätsommer (vergangene Woche hier im Rheinland noch 20 Grad) auf Winter schaltet, kommt die Weihnachstzeit noch plötzlicher als sonst…
Nach der erfolgreichen Schau zum 10jährigen CRAFTkontor Jubiläum mit den wunderbaren Arbeiten von Karin Bablick, Frieda Dörfer und Sundari Arlt im September, ist die Galerie nun komplett zu einer Wunderkammer kunsthandwerklich gestalteter kleiner und großer Schätze umdekoriert worden. Welche schöne Fülle!

Einladungskarte WunderkammerEinladungskarte Wunderkammer

Pakete quer aus der Republik sind in den vergangenen Tagen eingetroffen und bargen neuen u.a. wunderbaren handgemachten Schmuck und zeitlose Dekorationsobjekte.
Es gibt endlich wieder die Fiberglasschalen von Ch. Bernaisch, für den Winter in Rot, Silber mit Gold und Gold mit Silber und in verschiedenen Formen…Catherine Bernaisch, Schale "Krönchen", Fiberglas, Blattmetalle;Catherine Bernaisch, Schale „Krönchen“, Fiberglas, Blattmetalle;

Das Erzgebirge schickt moderne „Armleuchter “ und Figurinen zum Dekorieren, die fast an das Triadische Ballett des Bauhauses erinnern – ein Set von 7 Figuren aus je 4 Bauteilen, aus denen man über 800 Figurenvariationen bauen könnte…

Jens Burkhardt, "Armleuchter", Buchenholz;
Jens Burkhardt, „Armleuchter“, Buchenholz;

Jens Burkhardt, Stereotypen, Holzfigurinen zum Bauen;Jens Burkhardt, Stereotypen, Holzfigurinen zum Bauen;

Individualität und Könnerschaft prägen wie immer die Auswahl der Künstler.
So auch bei bei der Münchnerin Karla Schabert, deren Schmuckserie sich klassische Formen vor nimmt und durch das feinste Umhäkeln mit Baumwollgarn in Richtung Moderne transformiert.

Karla Schabert, Ohrring, Häkelserie, Baumwolle, Perlen;Karla Schabert, Ohrring, Häkelserie, Baumwolle, Perlen;

Von ihrer neuen Serie sind schöne Variationen zur Auswahl.
Weiterhin finden Sie Edelsteinschmuck von Stefanie Dingel, faszinierend leichten Papierschmuck von Ossi Oswald und natürlich den beliebten Glasperlenschmuck von Inge Kern.

Herzlich willkommen in der Wunderkammer CRAFTkontor !

 

Frieda Dörfer: Staatspreisträgerin !

Ganz herzliche Gratulation an Frieda Dörfer zum Staatspreis des Landes Baden-Württemberg für Nachwuchskunsthandwerker, den Sie vor einigen Tagen frisch überreicht bekommen hat.
Da hat das CRAFTkontor wieder einen guten Riecher gehabt, denn diese gute junge Goldschmiedin ist im Moment der dritte Part der aktuellen Jubiläumsausstellung, neben Karin Bablok und Sundari Arlt, die ich schon in den voran gegangenen Beiträgen vorgestellt habe…Frieda Dörfer, Ei-Brosche, Messing, vergoldet, guillochiert; (Foto: David Gabriel Fischer)
Frieda Dörfer, Ei-Brosche, Messing, vergoldet, guillochiert;
(Foto: David Gabriel Fischer)

Frieda Dörfer hat in Pforzheim ihre Ausbildung gemacht und hier auch die besondere Technik gelernt, die ihre Arbeiten ausmacht; das Guillochieren.

„Das Guillochieren ist eine halbmechanische Graviertechnik, die zur Oberflächengestaltung von Schmuckstücken, Uhren oder „Taschengebrauchsartikeln“ verwendet wurde.

Ein Kooperationsprojekt der Hochschule in Pforzheim, dem Kreativzentrum EMMA und der Stiftug Deutsches Technikmuseum, Berlin, ursprünglich gepant als Aufbau einer detaillierten Datenbank für die Weitergabe von tradiertem Wissen, ist heute ein lebendiges Projekt, in dem pensonierte Meister ihres Fachs in der Schmuckindustrie manufakturelle Fertigungstechniken, die fast am aussterben sind, an junge Gestalter weitergeben: hierzu gehört das Guillochieren.Alter Meister und junge Meisterin beim Betrachten einer guillochierten Platte...Alter Meister und junge Meisterin beim Betrachten einer guillochierten Platte…

Das Guilloche besticht durch seine regelmäßigen und hoch glänzenden Linienmuster, die man von Zigarettenetuis und Feuerzeugen, Fabergé-Eiern, Zifferblättern und Pillendöschen kennt.
Man kann das Guilloche als Herausforderung betrachten, da es oft eine Gratwanderung ist, ob das Guilloche dem Werkstück das entscheidende Etwas gibt oder ob es mit der ganzen Ornamentierung „erstickt“ wird.
Frieda Dörfer, Halsschmuck, Messing, vergoldet, guillochiert; (Foto: Nicolas Polli)Frieda Dörfer, Halsschmuck, Messing, vergoldet, guillochiert;
(Foto: Nicolas Polli)

Die Rundzug-Guillochiermaschine ist eine technische Errungenschaft des 17. Jahrhunderts, die aus einer Kunstdrechselbank für Holz entwickelt wurde. Auf dem gleichen Prinzip wie der Rundzug dort, basiert auch der Geradzug hier. Bei ihm wird das Werkstück in einer Spannvorrichtung fixiert, die von einer Feder an die seitlich befindliche Patrone gedrückt und mittels einer Handkurbel in eine zusätzliche vertikale Abwärtsbewegung gebracht wird.
An der Spannvorrichtung ist ein Patronentouch (Abtaststift) angebracht, der das Profil der Patrone abtastet und dadurch das Werkstück in eine schaukelnde Wellen- oder Zickzackbewegung versetzt. Die Bewegung hängt von dem jeweiligen Muster der Patrone ab.
Zeitgleich wird der auf einem Schlitten (Führungsschiene) laufende Stichel mit dem rechten Daumen an das Werkstück gedrückt.
Durch das Drehen der Handkurbel mit der linken Hand wird das Werkstück an dem Stichel entlanggezogen.
Wie beim Holzhobeln entsteht jedes Mal ein Span und etwas Material wird abgetragen.
Die guillochierte Linie allerdings bekommt durch die zwei hochglanzpolierten Stichelfacetten eine besondere Lichtreflexion.
Um die nächste Linie zu schneiden, wird der Stichel versetzt (Transport). Der gleichbleibende Abstand zwischen den Linien und die konstante Eindringtiefe des Stichels in das Edelmetall sind entscheidend für ein regelmäßiges Bild ohne „Schatten“.
Frieda Dörfer an der Guillochier-MaschineFrieda Dörfer an der Guillochier-Maschine

Die Arbeitsweise ist geradezu meditativ. Jede der unzähligen Linien muss mit großer Aufmerksamkeit und höchst konzentriert ausgeführt werden. Es sind immer und immer wieder die gleichen Handgriffe in einer festen Reihenfolge erforderlich.
S
obald man nur eine Kleinigkeit schrittweise ändert, verändert sich auch das Ornament. Wenn es unbedacht passiert, ist das Muster gestört und die ganze Arbeit umsonst.

Das Aufkommen der Einwegfeuerzeuge, -Zigarettenschachteln und -Kugelschreiber in den 1980er Jahren beendete den Boom von guillochierten Produkten und die Technik überlebte nur knapp.
Im hochpreisigen Schmuck- und Uhrensegment, sowie in zeitgenössischem Schmuck und Kleinserien feiert das Guilloche allerdings heute ein Revival.

Selbst das komplexeste Guillochemuster hat seinen Ursprung in simplen Wellen-, Faden-, oder Zickzack, die unendlich variiert werden können.

Anfang des 19. Jahrhunderts kam ein weiteres Anwendungsgebiet hinzu: Die guillochierten Muster wurden verwendet, um Druckplatten für Wertpapiere fälschungssicher zu machen.

Die erstaunliche Regelmäßigkeit der Ornamente wird zum Einen durch den klar definierten Abstand von einer Linie zur nächsten erreicht und zum anderen durch eine streng eingehaltene Abfolge von Handgriffen, die durch Hebel und Schrauben den Verzug oder Versatz hervorbringen. Die Linien stehen stets entweder konzentrisch zum Mittelpunkt, senkrecht-parallel oder strahlenförmig zum Mittelpunkt eines Kreises zueinander. Freihand könnte man diese symmetrische Perfektion schwerlich gravieren.Die Variationsbandbreite der Muster entsteht aus unterschiedlichen Einstellungen und Kombinationen von z.B. Faden- Wellen- oder Zickzack-Linien, die wiederum durch entsprechende Einstellungen immer anders aussehen können.

Eine unendliche Spielwiese. „(FRIEDA DÖRFER)Frieda Dörfer, Halsschmuck am Modell; (Foto: Final Residenz Magazin)Frieda Dörfer, Halsschmuck am Modell; (Foto: Final Residenz Magazin)

Frieda Dörfers Arbeiten machen daraus ein faszinierendes Zusammenspiel einer tradierten Technik mit modern gestalteten Schmuckobjekten.
Ihre dreidimensionalen Faltobjekte, ob Halsschmuck oder Brosche nutzen die Liniengestaltung und das Licht- und Schattenspiel zur Betonung der Dreidimensionalität. Sie sind nicht reiner Dekor, sondern umspielen bzw. definieren die Formfindung.

Moderne und Tradition faszinierend verbunden…
Noch bis 10. November zu sehen im CRAFTkontor.

„Standing“- Skulpturen von Sundari Arlt

Neben den wunderbaren Porzellangefäßen Karin Babloks stehen im Moment die Skulpturen der in Freiburg lebenden Bildhauerin Sundari Arlt im CRAFTkontor.Sundari Arlt, Fotograf, Lindenholz farbig gefaßt; Fotocopyright: ArltSundari Arlt, Fotograf, Lindenholz farbig gefaßt; Fotocopyright: Arlt

Vor Jahren stellte ich schon Georg Schulz als Holzbildhauer aus – beide sind sich einig in der guten Beobachtung des Alltagsmenschen und seiner humorvollen Widergabe:
Bei Georg Schulz war es an Loriots Menschensicht erinnernd, bei Sundari Arlt machen das „Standing“ und die Accessoires das Amusement über diese Zeitgenossen aus.Sundari Arlt, Bookhead, Lindenholz, farbig gefaßt; Fotocpoyright: ArltSundari Arlt, Bookhead, Lindenholz, farbig gefaßt; Fotocpoyright: Arlt

Sie arbeitet Sockefiguren, d.h. der Querschnitt des Sockelholzes bestimmt die Ausmaße der Figur. Die Gestalten sind nicht auf den Sockel montiert, geklebt, geschraubt, sondern sind aus diesem Sockelstamm geschnitzt:
bei den großen Figuren erst mit der Kettensäge und dann mit dem Stechbeitel.Sundari Arlt bei der Arbeit mit der Kettensäge; Fotocopyright: ArltSundari Arlt bei der Arbeit mit der Kettensäge; Fotocopyright: Arlt

Letzter Arbeitsschritt ist die farbige Fassung, die die „Alltäglichkeit“ der Personen unterstreicht, oder ironisch überhöht…Sundari Arlt, "Winkende", Lindenholz, farbig gefaßt; Fotocopyright: ARlt.Sundari Arlt, „Winkende“, Lindenholz, farbig gefaßt; Fotocopyright: Arlt.

Wunderbare Mitbewohner…
Zu sehen im CRAFTkontor bis 10. November 2018.

Karin Bablok: Arbeiten auf Porzellan und Papier

Karin Bablok ist eine der renommiertesten Keramikerinnen der deutschen Szene.Karin Bablok mit einem ihrer Gefäße aus Porzellan (Fotocopyright: Axel Fidelak)Karin Bablok mit einem ihrer Gefäße aus Porzellan (Fotocopyright: Axel Fidelak)

Ankäufe aller wichtigen weltweiten Museen für angewandte Kunst und Lehraufträge  in Japan, Korea und im Moment in China sprechen für sich…

Ihre Arbeiten, die sie aus Limoges-Porzellan, seit einiger Zeit auch aus einer japanischen Porzellanmasse fertigt, sind meist bis zur Lichtdurchlässigkeit dünnwandig gedreht.
Obwohl alle Arbeiten zweifellos Gefäße sind, tritt eine auf eine reine Funktionalität achtende Formbildung in den Hintergrund.
So zerschneidet sie zum Teil die auf der Scheibe entstandenen, rotationssymmetrischen Formen und setzt sie neu zusammen. Es entstehen Gefäße mit verschiedenen Gesichtern, mit Kanten und Kammern, die trotz ihrer Asymmetrie eine formale Klarheit und Strenge behalten, sich aber ihrer perspektivischen Erfassung auf den ersten Blick entziehen.

Karin Bablok, Gefäßpaar, Porzellan, Basaltglasur;
Karin Bablok, Gefäßpaar, Porzellan, Basaltglasur;

Mit der anschließenden Bemalung geht sie ein auf Formen und Flächen – ein Dialog zwischen Raum und Linie, zwischen Innen und Außen entsteht. Die Bemalung ist dabei nicht nur dekorative Verzierung, sondern lässt Form und Malerei zu einer Einheit verschmelzen.
Karin Bablok, Porzellangefäße mit gestischer Malerei;
In ihrer Malerei verfolgt sie dabei zwei Ansätze, die kaum unterschiedlicher sein könnten:
mal führt sie den Pinsel kraftvoll-spontan mit schneller Geste, mal strukturiert sie mit präzise aufgebrachten geometrisch-konstruktiven Linien, Punkten und Flächen den Gefäßkörper – ein komplexes Spiel der Gegensätze: Schwarz/Weiß , Körper/Fläche, Innen/Außen, Malerei/Plastik.
Karin Bablok, Gefäßgruppe mit geometrischer und gestischer Malerei, Basaltglasur auf Porzellan;Karin Bablok, Gefäßgruppe mit geometrischer und gestischer Malerei, Basaltglasur auf Porzellan;

Karin Bablok, geboren 1964 in Donauwörth, lebt in Hamburg und arbeitet in einem alten Schulhaus, das sie mit anderen Künstlern teilt.
(Text: Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle)

Sie sagt selber über ihre Art zu arbeiten:
„Das gedrehte Porzellangefäß, nutzbar oder als künstlerisches Ausdrucksmittel, ist mein Thema. In diesem eng gesteckten Rahmen stelle ich mir immer wieder neue kniffelige Aufgaben.
Sie zu lösen fordert meine ganze Konzentration. Gerne verliere ich mich im Detail.
Dabei entstanden in den letzten 20 Jahren vor allem hauchdünne, transluzente Unikate, deren Wandung oftmals Kanten aufweist. Sie sind einerseits Träger einer ausgetüftelten, linearen Malerei, die das Innen mit dem Außen logisch verbindet. Andererseits bieten sie eine reizvolle Fläche für meinen expressiven Pinselstrich.
Es findet sich intuitiv die richtige Raumeinteilung für Früchte, wehende Weiden oder Baumwollgras. Spritzer und Tropfen sind gewollt aber nicht provoziert. Wichtig ist mir ein freier Schwung und die Freude am Machen.“
(Karin Bablok)

Jüngst widmet sie sich zusätzlich der Malerei auf demPapier. Nie ist das Skizze für eine Porzellanarbeit, immer eigenständig stehende Formuierung.
In den Tuschearbeiten mit ein paar farbigen Akzenten erahnt man Einflüsse der sie umgebenden Natur, ein Einfluss, der auch ganz langam in der Bemalung ihrer Gefäße Einzug hält: Weg vom rein abstrakt Gestischen, hin zu vegetabilen Spuren.Karin Bablok, Gefäß "Hagebutte", Porzellan mit Basaltglasur; (Fotocopyright: Michael Wurzbach)Karin Bablok, Gefäß „Hagebutte“, Porzellan mit Basaltglasur; (Fotocopyright: Michael Wurzbach)

Im Moment sind Gefäße und neue Papierarbeiten Karin Babloks  im CRAFTkontor zu sehen. Die Ausstellung dauert bis 6. November 2018.

Wer einen anderen Einstieg in die Arbeit Karin Babloks haben möchte: es gibt eine wunderbares halbstündiges Video auf Youtube von einer Arbeitsbeobachtung in ihrem Atelier.

Hier wird die akribische Arbeit, Geduld und die Könnerschaft dieser Künstlerin sehr deutlich.

 

 

2008 – 2018: 10 Jahre CRAFTkontor

Es ist unglaublich – die Zeit fliegt: im September vor 10 Jahre setzte ich ein Konzept, das mich in der Zeit vorher lange beschäftigt hatte, in die Tat um: die Gründung einer Galerie für europäisches Kunsthandwerk.

CRAFTkontor_Eunique Katalog Mai-2011

10 Jahre Engagement für gute Gestaltung sind nun vergangen…

Das CRAFTkontor, die in Bonn einzige Laden-Galerie, die auf angewandte Kunst und Kunsthandwerk exklusiver deutscher und europäischer Ateliers, Werkstätten und Manufakturen spezialisiert ist, feiert wie immer mit einer neuen Ausstellung.

Angesiedelt in der für ihre individuellen Geschäfte bekannten Bürgerstraße in Bad Godesberg, zeigte sie bislang schon erfolgreich in 4-5 Themenausstellungen im Jahr ausgefallene Einzelstücke renommierter Gestalter, z. T. Staatspreisträger, aber auch talentierter Newcommer aus den Bereichen Schmuck, Keramik, Glas, Holz und Textil, die man in so ausgefallener Zusammenstellung nur in 5-6 anderen Städten Deutschlands findet.

In 50 Ausstellungen zeigte sie Arbeiten von knapp 300 verschiedenen Gestalter-Innen.CRAFTkontor_Eunique Katalog Mai-2012-sw

Grundtenor aller Objekte der CRAFTkontor-Kollektionen war und ist die Symbiose aus Design und Handwerk, die überzeugende Gestaltung in technisch virtuoser Umsetzung zeigt:
Manufaktur im eigentlichen Sinn des Wortes, für die noch das Qualitätskriterium „Handmade in Germany“ gilt.

Freuen Sie sich auf die Jubiläumspräsentation unter dem Thema „BLICKWECHSEL II mit Arbeiten von 3 weiteren Kunsthandwerkerinnen:
mehrfach preisgekrönte hauchdünne Porzellanunikate und Papierarbeiten von KARIN BABLOK, die reinweißes Porzellan dreht und mit expressiven Pinselstrichen versieht.
Die mit  Motorsäge und Stechbeitel geformte Skulpturen von Menschen in Bewegung, Spannung und Emotion von SUNDARI ARLT und Schmuck von FRIEDA DÖRFER, der Tradition und Innovation in sich vereinigt, da die junge Goldschmiedin die hohe Kunst des Guillochierens beherrscht, einer alten, fast vergessenen Goldschmiedetechnik, die sie modern interpretiert.Jubiläumsausstellung: Karin Bablok, Frieda Dörfer, Sundari Arlt;Jubiläumsausstellung: Karin Bablok, Frieda Dörfer, Sundari Arlt;

Herzliche Einladung ins CRAFTkontor.
Ausstellungsdauer bis 10. November 2018.

HOMO FABER – Europäisches Kunsthandwerk at its best

Homo Faber:
Venedig vom 14. bis 30.09.2018

Es sind nur noch zwei Wochen bis Homo Faber in Venedig seine Pforten öffnet.
Schnuppe von Gwinner, eine der besten Kennerinnen der Kunsthandwerkszene in Europa und Schreiberin des blogs: craft2eu hat eine umfassende Vorschau auf einige Elemente dieser bemerkenswerten Präsentation europäischen Handwerkskunst zusammengestellt, die so gut ist, das ich sie von ihr übernehmen möchte, um Sie auf dieses außergewöhnliche Event hinzuweisen:

„Alle gefärbten Worte sind Links zu mehr Information und zu mehr Bildern und Filmen. Die Leser dieses Blogposts können ihre Neugierde also in vollen Zügen ausleben.

Noch besser ist’s natürlich hin zu fahren: hier kann man sich für den freien Eintritt registrieren!

„BEST of EUROPE“ Rund 150 Künstler aus ganz Europa präsentieren ihre faszinierenden Arbeiten und enthüllen die reiche Mischung aus Kultur, Geschichte, Wissen und Können auf diesem facettenreichen Kontinent. Kuratiert wurde diese Schau von Jean Blanchaert and Stefano Boeri.

Michele De Lucchi brachte Paare von Kunsthandwerkern und Designern aus ganz Europa zusammen, um acht faszinierende Objekte speziell für Homo Faber zu schaffen:HomoFaber_Alfredo Häberli_Roman RässAlfredo Häberli & Roman Räss | Foto: Homo Faber

So zum Beispiel der Schweizer Holzbildhauer und Weissküfer Roman Räss, der sich mit Designer Alfredo Häberli für diese Ausstellung zusammengetan hat. Er ist einer der wenigen verbliebenen Meister der Weißküfer Holzbearbeitungstechnik. Ab dem späten 17. Jahrhundert wurden in dieser Technik Geräte für Schweizer Milchbauern hergestellt, und die Üppigkeit der Dekoration wies auf den Reichtum des Bauern hin. Arme Bauern konnten es sich nicht leisten, einen Handwerker für aufwendige Verzierungen zu bezahlen, während die Reichen aufwendige Dekorationen als Statussymbol nutzten, um ihren Reichtum und ihre Bedeutung zu demonstrieren.Der Beitrag aus Deutschland ist das Objekt „Endlich-Unendlich“ aus Metall, Farbe und Licht, entstanden  in einer Kooperation des Lichtdesigners Ingo Maurer mit der Blechbarbeitungsfirma „Martelleria“ Martin Deggelmann, und
Enno Lehmann.
Homo Faber Domenico Tramontin_Foto_Susanna_Pozzoli
Werkstatt Domenico Tramontin | Foto: Susanna Pozzoli

Die Fotografin Susanna Pozzoli hatte das Privileg, in 21 Werkstätten Venedigs und Venetiens exklusive Fotos von Handwerkern zu machen. Eine der vorgestellten Werkstätten ist die bekannte Gondelwerft Domenico Tramontin & Figli. Früher wurden die Gondeln von zwei Gondolieri gesteuert. Aber schon 1884 änderte Domenico Tramontin das Design des Bootes, so dass es von einem einzigen Gondoliere gesteuert werden kann. Diese Innovation machte seine Werft berühmt und durfte die Gondeln für das italienische Königshaus  bauen.

Die atemberaubende Handwerkskunst von 12 ganz besonderen Kunsthandwerkern, deren Werke selten oder einzigartig sind, wird in einer Reihe von eindrucksvollen Filmen gezeigt, die  in einer bewegten Porträtgalerie inszeniert werden.HomoFaber_Charles-DonatienCharles Donatien | Foto: Homo Faber

In einem dieser Künstlerporträts wird der Pariser Federhandwerker Eric Charles-Donatien vorgestellt. Er huldigt der Natur durch seine Arbeit, indem er die natürlichen Eigenschaften der Federn bewahrt: die Art und Weise, wie sie sich bewegen, ihre Form und Beschaffenheit und was er ihre „perfekte Unvollkommenheit“ nennt.Aus Deutschland ist der Graveur Richard Maier, der als Pionier und Wegbereiter der traditionellen Scrimshaw Gravur in Europa gilt und heute Weltruf geniesst, in diesen auserwählten Kreis der Meister
gewählt worden.

HomoFaber_François Passolunghi
François Passolunghi / Foto: Homo Faber

India Mahdavi zeigt, wie feinste Handwerkskunst in den Dienst fantasievollen Designs gestellt werden kann, um exquisite Interieurs für modernes Wohnen zu schaffen.Für diese Ausstellung hat Mahdavi mit Kunsthandwerkern wie z.B. François Passolunghi zusammengearbeitet. In der Nähe von Nizza ansässig, ist er einer der letzten Handwerker in Frankreich, der Möbel aus Rattan herstellt und restauriert, eine Fertigkeit, die er von seinem Vater gelernt hat und seit 20 Jahren perfektioniert. Er macht alles von Hand und erhitzt die Rattanrohre, damit sie sich biegen. Mit Leidenschaft für seine Arbeit meint er, dem Material „zuzuhören“ und seine Qualitäten zu respektieren.

Einige der besten Luxushäuser Europas präsentieren die talentiertesten Handwerker, die seltene Techniken und außergewöhnliche Fähigkeiten beherrschen und einsetzen, um Produkte von höchster Qualität zu schaffen.homo Faber_LorenziMilanoLorenzi Milano | Foto: Homo Faber

Die Handwerker von Lorenzi Milano, einem der vorgestellten Häuser, müssen lernen, das Temperament der natürlichen Materialien zu respektieren. Beispielsweise die Handhabung  der Tatsache, dass diese sich aufgrund von Feuchtigkeits- und Temperaturänderungen zusammenziehen oder ausdehnen können. Zum Beispiel muss ein dekorativer Ring aus Bambus mechanisch ohne Klebstoff so an einem Glasgefäß angebracht werden, dass, wenn der Bambus schrumpft, er sich der Glasform anpasst anstatt sie zu zerbrechen.

MarliesvonSodenMarlies von Soden – Polypropylene Skulptur – Foto: Luci Jansch

Aus Deutschland gibt es auch geradezu handverlesene Teilnehmer*innen: die Leipziger Porzellangestalterin Claudia Biehne, der Drechsler und LOEWE Preisträger 2017 Ernst Gamperl, die renommierten Glaskünstler Gabriele Küstner und Michael Behrens, und die für ihre fragilen Polypropylen-Objekte bekannte Künstlerin und Kostümbildnerin Marlies von Soden.
Aussergewöhnlich interessant finde ich diesen Kuratorenblick von aussen, von dem keiner von uns weiß unter welchen Voraussetzungen diese Auswahl
möglich wurde.

Die Handwerkskunst von leidenschaftlichen Handwerkern, die im Transportwesen beschäftigt sind, wird in einem Werkstattbereich präsentiert, der wie eine Werkstatt für Mechaniker ausgestattet ist.homoFaber_Caren HartleyCaren Hartley | Foto: Homo Faber

Hier werden auch die Räder der als Juwelierin, Silberschmiedin und Metallarbeiterin Caren Hartley gezeig. Sie war gerade auf dem Fahrrad unterwegs, als sie sich entschloss, ihre Fähigkeiten in Zukunft zu nutzen, um maßgesfertigte Fahrräder herzustellen. Das Ergebnis ist Hartley Cycles. Für Caren ist das Gespräch mit ihren Kunden der wichtigste Teil des Prozesses. Durch diesen Dialog kann sie ihre Bedürfnisse verstehen und spüren, ob sie möchten, dass sie ein ziemlich normales Fahrrad herstellt oder ob sie etwas wirklich Einzigartiges schaffen soll.
(gesammelt und frei übertragen aus div. Pressetexten)

Homo Faber wird also nicht nur eine Aneinanderreihung bedeutender und meisterhafter Handwerkskunst und Kultur sein.
Das Wie, Woher, Warum und Wohin (in den fast täglich angebotenen Vortragsprogramm, zu dem man sich auch frei anmelden kann!) wird auf unterschiedlichste Weise im Rahmen des Ausstellungskonzeptes zu klären versucht.
Und man darf natürlich in den wunderbare Räumen der Fondatione Giorgio Cini eine spektakuläre Inszenierung erwarten.

Hier geht’s lang: Homo Faber – crafting a more human future
14. bis 30. 09.2018″

(Text Copyright: Schnuppe von Gwinner)

Das Material der Surfbretter…

Einer der Kunststoffe, die das Material für eine Gruppe Ausstellungsobjekte der Sommerausstellung im CRAFTkontor bilden, ist Fiberglas –
ein richtiges Sommermaterial, da wir ihm dort alle schon mal in Form von Kanus oder Surfbrettern begegnet sind.Catherine Bernaisch, Schale "Wassertropfen", Fiberglas; (Copyright: Bernaisch)Catherine Bernaisch, Schale „Wassertropfen“, Fiberglas;
(Copyright: Bernaisch)

Fiberglas ist kein Glas, sondern glasfaserverstärkter Kunststoff, kurz GFK (engl. GFRP = glass-fibre reinforced plastic), ein Faser-Kunststoff-Verbund aus einem Kunststoff und Glasfasern.
Durch Leichtigkeit, Bruchfestigkeit, Formbarkeit und Transluzenz zeichnet sich Fiberglas aus.

Die Gestalterin Catherine Bernaisch, die eigentlich aus der wirklichen Glasgestaltung kommt, widmet sich heute diesen interessanten Fasern.
Aus kleingezupften Fasermatten und unter Einsatz von Harzen als Bindemittel gestaltet sie wunderbar leuchtende Schalen.Catherine Bernaisch, Schale, Fiberglas. (Copyright: Bernaisch)Catherine Bernaisch, Schale, Fiberglas. (Copyright: Bernaisch)

Variable in Farbe, Form und Größe, eignen sich diese Schalen zur Dekoration in Haus und Garten (wetterfest!):
In Klein als Windlicht, in Groß als dekorativer Blickfang  und besonders  faszinierend auch mit LEDs beleuchtet…Catherine Bernaisch, Schale mit LEDs beleuchtet, Fiberglas. (Copyright: Bernaisch)Catherine Bernaisch, Schale mit LEDs beleuchtet, Fiberglas.
(Copyright: Bernaisch)

Die ersten 2 Lieferungen aus dem Atelier sind schon ausverkauft…
in der 2. Augustwoche ist der Nachschub da !

Bis dahin herzliche Sommergrüße!