Schmucksommer Part 3

Der „Vogelflüsterin“ aus Berlin, Gudrun Arp, haben wir vor einigen Jahren schon einmal eine sehr erfolgreiche Einzelausstellung unter dem Titel „Federleicht – Schmuck“ gewidmet.

Gudrun Arp, Federkollier, frisierte Hahnenfedern;

Gudrun Arp, Federkollier, frisierte Hahnenfedern;

Meine andauernden Begeisterung für Ihren wunderbaren Schmuck und die Möglichkeit, sich dadurch mit fremden Federn zu schmücken, zeigt sich in meiner Einladung an sie für den Schmucksommer im CRAFTkontor…

Gudrun Arp, Kollier aus Sittich- und Arafedern;

Gudrun Arp, Kollier aus Sittich- und Arafedern;

Im wahrsten Sinn des Wortes „federleichter“ Sommerschmuck, dessen Federn die Gestalterin in einfachen Briefumschlägen aus aller Welt von Zoos, Züchtern und freundlichen Privatleuten bekommt.

Immer, wenn ein Vogel in der Mauser turnusmäßig seine Federn verliert, denken diese netten Menschen an Frau Arp und senden ihr die „Käfigernte“
Mal reicht es nicht mal für ein Kollier und genau diese Feder muss warten, bis genügend für ein luftiges Objekt zusammen gekommen ist…
Mal ist üppig vorhanden und die Phantasie von Gudrun Arp schlägt Purzelbäume…

Gudrun Arp,  Langkollier, Wyandott-Huhn-Federn, gefärbt;

Gudrun Arp, Langkollier, Wyandott-Huhn-Federn, gefärbt;

Auf der gebräunten Sommerhaut, dem leichten Leinenkleid oder zum kleinen Schwarzen in jedem Fall ein zauberhafter Hingucker!

Herzlich willkommen zum Testen und sommerlichen „Abheben“…

HALBZEIT….

Die ersten Sommergäste kommen erholt zurück und stellen fest, das die wunderbare Ausstellung „Federleicht“, mit Schmuck von Gudrun Arp fast schon Halbzeit hat.

Federschmuck, Gudrun Arp 2006 (127)
Gudrun Arp, Federhalsschmuck, Arafedern, getragen von der Opernsängerin Tatjana Conrad, www.die-opernsaengerin.de

Doch, gemach, die Zeit reicht noch für genießende Besuche, die Lust auf luftigen Schmuck machen – endlich ist auch das Wetter danach…

Neben federleichtem Schmuck für den kleinen oder großen Auftritt, beschäftigt sich Gudrun Arp in den letzten paar Jahren vermehrt mit größeren Federobjekten.

GudrunArpFederobjektP1010624

Gudrun Arp, Federobjekt, Fasanenfedern, Stahl, Leder;

Kontraste von „Federleicht“ und „Bleischwer“ führen zu erdhaft gebundenen Schwingen, wie oben.
Die subtilen Unterschiede jeder einzelnen Feder faszinieren neben der lebhaften Oberfläche rostenden Stahls.

Flächige Arbeiten, wie Wandbehänge, spielen mit den graphischen und malerischen Qualitäten von Federn:

GudrunArpWandbehangP1010646

Allein die Federn zweier Vogelarten kombiniert: 
Fasanen- und Hahnenfedern auf einer archaisch anmutenden Unterplatte aus geschwärztem Kupfer,  zeigen einen Variantenreichtum an Farbnuancen einer Farbfamilie und an  Musterstrukturen, die die gestaltende Hand von Gudrun Arp zu einem faszinierenden Wand-„Bild“ steigert.

Man darf gespannt sein, wie sich gerade dieser Zweig ihrer Gestaltung weiterentwickelt. Ich werde es für Sie im Auge behalten…

 

SOMMERNACHTS-TRÄUME……

In der Kühle des frühen Morgens weckt uns Vogelgezwitscher…..
Die Klarheit der Frühe lockt uns zu einem Spaziergang im Tau……
Im Licht der schrägen Sonnenstrahlen leuchtet eine Vogelfeder auf dem Waldboden – wir heben sie auf und sind zurückversetzt in unsere Kindheit……..
Eine Feder im aufgesteckten Haar – enthusiastische Schreibversuche mit einem Federkiel – atemlose Lektüre von Indianerbüchern….

Die Ausstellung der Schmuckgestalterin Gudrun Arp verführt mit Assoziationen: Geschichten vom häßlichen Entlein bis zur Weltstadt-Squaw.

GudrunArpFederringP1010683

Gudrun Arp, Ring, Büffelhorn und Hahnenfedern

GudrunArpTürkisP1010633

Gudrun Arp, Halsschmuck, Hahnenfedern und Perlen

Naturschmuck mit größerer Faszination als eine Perlenkette – Sommernachtsträume für Schmuckliebhaberinnen.
Leicht – tragbar – stabil – ungeheuer schmückend.

Während der Eröffnung der Ausstellung am vergangenen Freitag ging Frau Professor Dr. Jutta Beder, Kulturwissenschaftlerin an der Universität Paderborn natürlich auch auf die erweiterte kulturelle und historische Bedeutung von Federn ein:

„Wenn wir an Vögel und Federn denken, so assoziieren wir es mit Fliegen, Leichtigkeit und über den alltäglichen Dingen schweben.
Diese Assoziationen rufen Federn in allen Kulturen hervor.
Federn waren z.B. ein vielsagendes Attribut von Göttern, denn Federn symbolisieren Souveränität, Wahrheit und Schwerelosigkeit.
Im Altertum repräsentierte die Federkrone die Strahlen der Sonne.
Die Flügel des Götterboten Hermes bestanden natürlich ganz aus Federn und im Schamanismus gewähren Federn die Macht, in andere Reiche zu fliegen.“

GudrunArpJuttaBederP1010659

Gudrun Arp (links) und Prof.Dr. Jutta Beder während der Eröffnung der Ausstellung im CRAFTkontor.

„Es gibt Kulturen, in denen Menschen unbekleidet leben, aber denoch tragen sie immer Schmuck am Körper, seien es Ringe, Malereien oder eben auch Federn. Schmuck gehört seit vielen Jahrtausenden zum Menschen. Jeder Schmuck beeinflußt das menschliche Bewußtsein, verändert die Wahrnehmung und teilt etwas mit.

Der Philosoph und Soziologe Georg Simmel formulierte es treffend vor etwas mehr als 100 Jahren so: „Man schmückt sich für sich selbst und kann das nur, indem man sich für andere schmückt.“  Schmücken ist Kommunikation.“ (Prof.Dr. Jutta Beder)

Schmücken ist Kommunikation, also Sprache, was war das für ein treffendes Schlußwort der Vernissage.
Haben wir also Mut, auch im Schmuck eine eigene Sprache zu sprechen, im Tragen des Schmucks eine Geschichte des eigenen ICHS zu erzählen.
Jeder von uns ist individuell anders – zeigen wir es auch!

 

Mit fremden Federn schmücken….

Mit sommerleichten Schwingen nähert sich die nächste Ausstellung:

Am Freitag, 29. Juni um 19.00 Uhr
eröffnet das CRAFTkontor, die Galerie für Kunsthandwerk in Bonn, Bad Godesberg
eine Einzelausstellung der Schmuckgestalterin GUDRUN ARP  unter dem Titel  „Federleicht – Schmuck“

Federschmuck, Gudrun Arp, 2007 (18kl)

Aus natürlichen Federn von einheimischen und exotischen Vögeln gestaltet Gudrun Arp überwiegend Halsschmuck von äußerst dekorativer Anmutung.
Leicht rieselnd oder kalligraphisch streng:
Gudrun Arp nutzt die natürliche Form der Feder, verändert wenig, färbt kaum und feiert den Reichtum der Vogelwelt mit einer Hommage an die Prächtigkeit oder die Dekorativität des Einfachen.
Kein geschütztes Tier muß für ihre Arbeit Federn lassen, denn durch weltweite Beziehungen zu Züchtern, Zoos und Hobbytierhaltern erhält sie nach der regelmäßigen Mauser der Tiere gut gefüllte Briefumschläge mit neuen Schätzen.

Was in der Tierwelt meist dem Vogel-Männchen diente, schmückt nun zu kleinen oder großen Anlässen die Damenwelt.
Denken Sie schon an die Saison 2012/13….!

Ausstellungsdauer vom 30. Juni bis 31. August 2012.

 

Erste Geschenkidee für alle, die es handmade und authentisch mögen…


ORIGINALE
17 Begegnungen mit der Kunst des Handgemachten:
Ein neues faszinierendes Buch, welches die Menschen hinter den Originalen portraitiert.


Authentische Produkte und die Faszination des Handgemachten sind in aller Munde.
Die Portaits einiger der besten und originellsten Kunsthandwerker Deutschlands sind in diesem Buch versammelt.


Ein schön gestaltetes Buch von Schnupee von Gwinner, die seit 2004 mit großem Engagement die Galerie und Agentur craft2eu in Hamburg führt. Kenntnisreich führt sie zu den Begegnungen mit den großen Kreativen.

„Ein selbst bestimmtes Leben zu leben,
konkrete und im wahrsten Sinne begreifbare Erfahrungen zu sammeln und eigene Schlüsse daraus zu ziehen –
das ist ihre Art der Wertschöpfung.
Von der Idee bis zur Herstellung und Vermarktung ihrer Produkte halten sie alles in einer Hand.
Sie konzentrieren sich intelligent auf ganz persönliche Themen und wecken damit Faszination und Bewunderung.
Verwurzelt in kulturellen Traditionen und aus Verbundenheit zur Natur, zu ihrem Umfeld und ihrem Material, schöpfen sie ihre originellen Ideen und die Kraft zu deren Umsetzung.
Diese Begegnungen sind immer fantastische Entdeckungsreisen, in denen es vor allem um die Kunst geht, durch überraschende Sichtweisen zu verführen.
Es sind die Gechichten von Originalen und ihren Originalen.“ (Schnuppe von Gwinner)

CRAFTkontor Kenner können sich auf die Wiederbegegnung mit:
Ulrich Czerny, den handnahtspezialisierten Täschner;
Ulrike Isensee, die Zauberin phantasievoller Seidenschals;
Annette Zey, die Metallgestalterin schwerster Schalen;
Friedemann Bühler, den Holzgestalter und Grassi Preisträger 2011 aus dem letzten Eintrag;
Gudrun Arp, der federverliebten Schmuckkünstlerin
und Hiawatha Seiffert, dem Schwergewicht unter den Schmieden freuen, die Sie aus den unterschiedlichsten Ausstellungen der letzten 3 Jahre kennen und schätzen gelernt haben.

Viele viele weitere Gestalter sind zu entdecken…

Das Buch ist ab jetzt im CRAFTkontor zum Preis von 22 Euro zu erwerben.

 

Ausflugstip: Schloßambiente

Am 24./25. April wird das Areal der Schloß Kommende Ramersdorf/Bonn zum Tummelplatz für Menschen, die die schönen Dinge des Lebens schätzen.
„Lebensart“ heißt diese neue Schau im Reigen der vielen Gardenfairs und Landpartien im Sommer 2010.
Möbel für Drinnen und Draußen,  Objekte für Haus und Garten, Mode, Schmuck und alles was Leib unhd Seele zusammenhält findet sich auf dem schönen, oft unterschätzten Schloßgelände und in den historischen Räumen.
Man ergeht sich im Grünen, plaudert, staunt, schnabuliert – findet lauschige Eckchen, knispelige Räumchen oder weitläufige Säale und darin viel Schönes und vergißt schnell, wie brutal das historistische Ambiente vom Autobahnknoten A59/A562 gewürgt wird – eine der vermeidbaren Bausünden der Verkahrsplanung in Bonn.
Das Wetter, ein Traum von Blau und Sonne bei bis zu 25 Grad tut ein Übriges.

Das CRAFTkontor ist dabei mit eigenwilligen Dingen für das Interieur und spektukulärem Sommerschmuck: die Federkolliers von Gudrun Arp, die Bubbles von Sabine Lang und die Blütenkolliers von Unk Kraus.