Lebefrauen und Lebemänner…

„Es sind kleine Szenen mit freundlichen, amüsanten Lebefrauen und Lebemännern im Alter der angenehmen zweiten Lebenshälfte, abgebildet in Momenten alltäglicher Muße“Johanna Beil, Skulptur "im Gespräch", Terrakotta; (Copyright: J. Beil; Foto: Axel Fidelak)Johanna Beil, Skulptur „Im Gespräch“, Terrakotta; (Copyright: J. Beil; Foto: Axel Fidelak)

Dieser einführende Satz von Olga Moldaver, Kunsthistorikerin M.A. am Keramion, der Stiftung für historische und moderne Keramik in Frechen, charakterisiert die „Gäste“ der momentanen Ausstellung „Blickwechsel I“ im CRAFTkontor aufs Feinste…

„Auf der Basis von Alltagsimpressionen lässt Johanna Beil  Situationen entstehen, in denen sich dank der präzise beobachteten Mimik und beredten Gestik sowie der meisterlich realisierten Körperhaltung und Kleidung beim Betrachter sofort eine fast filmische Szene im Kopf abspielt: Liest der Mann mit der Tolle, Ohr an Ohr an seinen Hund gedrückt, jenem seine Rilke-Lieblingsstrophen vor?“Johanna Beil, Skulpur "Lesender mit Hund", Terrakotta; (Copyright: J. Beil, Foto: Craftkontor)Johanna Beil, Skulpur „Lesender mit Hund“, Terrakotta; (Copyright: J. Beil, Foto: Craftkonto

Faszinierende Nähe zu den Gestalten stellt sich ein, geschaffen durch eine wunderbare Beobachtungsgabe von Johanna Beil und dem Talent der Illustratorin und Bildhauerin, dies in akribischer Feinmodellierung umzusetzen.Johanna Beil, Skulptur "Die Kreuzworträtslerinnen", Terrakotta; (Copyright: j. Beil, Foto: Craftkontor)Johanna Beil, Skulptur „Die Kreuzworträtslerinnen“, Terrakotta; (Copyright: j. Beil, Foto: Craftkontor)

„Um nuancierte Faltenlandschaften auf die Charakterköpfe zu bringen oder naturalistische Stoffkrumpel eines zu engen Sakkos zu formen, nutzt sie nichts als weißen Ton, unglasiert, nicht einmal mit weißer Engobe überfangen … leicht überzeichnet, geformt mit subtiler Ironie, typisiert in ihrer Bonvivant-Gemütlichkeit.“

Und weil diese Art der plastischen Formulierung so sehr uns Betrachter überzeugt, erhält Johanna Beil zunehmend auch Aufträge für Porträts von Mensch und Tier.Johanna Beil, Skulptur "Wie der Herr, so's G'scherr...., Terrakotta; (Copyright: J. Beil, Foto: A. Fidelak)Johanna Beil, Skulptur „Wie der Herr, so’s G’scherr…., Terrakotta; (Copyright: J. Beil, Foto: A. Fidelak)

„Blickwechsel I“ mit den Plastiken von Johanna Beil noch bis Ende Juni im CRAFTkontor.

 

Lesetip…

Als selber Bloggerin, lese ich natürlich auch andere Blogs…
politische – Kunst/Kunsthandwerk betreffende – Designblogs – Kochblogs und Einiges mehr…

Seid einiger Zeit lese ich auch den Blog von Maximilian Buddenbohm:
Herzdamengeschichten…
Ein sprachlich vergnüglicher, aber auch gesellschaftspolitisch engagierter Blog über diverse Themen: Tanz – Flüchtlingshilfe – Kinder – Backen  … und BÜCHER.
Und weil Herr Buddenbohm immer gut und locker schreibt, hier sein Hinweis zu einem Buch, in dem KERAMIK ein große Rolle spielt, aber nicht nur…:

„Gelesen:
Christoph Peters – Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln

Der Herr Peters ist mir bisher noch gar nicht über den Weg gelaufen, obwohl der recht produktiv ist. Das war ein reiner Zufallskauf am Bahnhof, da war noch etwas Zeit über bis der Zug kam und zack, hat man noch ein Buch mehr, Sie kennen das.

Das Buch habe ich auf einer Zugfahrt in Richtung Ostsee gelesen, und das war situativ bemerkenswert gut eingerichtet, denn an selbigem Gewässer spielt die Handlung des Romans. Ein japanischer Meister der altehrwürdigen Töpferofenbaukunst besucht ein winziges Kaff an der provinziellen holsteinischen Küste, um für einen deutschen Keramikkünstler einen Anagama-Holzbrandofen nach uralten Regeln zu bauen, damit eine bestimmte Traditionslinie japanischer Töpferei dort fortgesetzt werden kann. Weder hat der Meister Ahnung von Europa oder Deutschland, noch haben die Nachbarn der Baustelle oder das begleitende deutsche Filmteam irgendeine Ahnung von japanischen Riten oder japanischer Handwerkskunst, es stoßen also Welten zusammen. Das wird aber kein banaler Slapstick, obwohl der Meister zum Entsetzen seiner Gefolgschaft bald eine absonderliche Vorliebe für Mettbrötchen und Schnaps entwickelt und die Kneipenwirtin des Ortes sich so gar nicht an die japanische Etikette hält. Es ist auch kein schwiemeliger Esoterikklimbim, obwohl geisterhafte Folgen lang vergangener Ereignisse auch eine gar nicht so kleine Rolle spielen. Auf dem Cover steht “Humoreske”, ich finde, es ist eine gut erzählte, sehr fachkundig wirkende und auch amüsante Auseinandersetzung mit zwei höchst unterschiedlichen Auffassungen von Regeln, Handwerk, Handlungen, Tradition und Kunst.Und da geschieht dann noch etwas ziemlich Wundersames bei der Lektüre, wie es bei guten Büchern manchmal vorkommt: Die Sache mit der Keramik, die wird dann doch sehr interessant, geradezu spannend. Obwohl das sonst ein Weglaufthema erster Klasse für mich ist, geh mir bloß weg mit Töpferei, das ist doch alles komatös langweiliges Kunsthandwerk, das geht wirklich gar nicht. Aber in diesem Roman: ach guck, das ist ja interessant! Schon nett, was Literatur so kann. Von Christoph Peters dann demnächst noch mehr .

Eine Empfehlung übrigens auch für Menschen, die mit der Hand arbeiten, selbst wenn es dabei nicht um Töpferei geht. Einige Passagen, besonders zur Ausbildung im Handwerk, dürften auf jeden Fall interessant sein.“

Soweit Maximilian Buddenbohms Tip, den auch ich diesmal befolgen werde – das Buch kommt ins Osternest…

Nachtwanderer….

Die lange Galerienacht am letzten Freitag in Bonn – Bad Godesberg liegt hinter uns….
Es war wieder eine tolle Erfahrung, so viele interessierte Besucher durch die 10 beteiligten Galerien stromern zu sehen, tolle Gespräche zu führen und die Schwerpunte der eigenen Galeriearbeit erläutern zu können.

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Die Stimmung war unter den „Nachtwanderen“ sehr gut und viele neue Gesichter versprechen auch jetzt im Nachhinein für die Wirkung so einer Nacht …

Hier im CRAFTkontor nahmen wir die Nacht zum Anlass, die neue Ausstellung „Capriccios“ zu eröffnen.

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Die Paarung von Elke Sada – Keramik und Tita do Rego Silva – Farbholzschnitt,  ist spannend anzusehen:
farbstark;
graphisch stark;
erzählerisch stark;
ungeheurer modern in der Keramik… im Interieur mit toller Wirkung;
wahnsinnig phantasievoll im Farbholzschnitt…warum nicht z.B. fürs Kinderzimmer..

Wer es noch nicht gesehen hat – Herzlich willkommen!

KUSCHELZEIT ??

Wird es jetzt kalt ?
Für das erste Novemberwochenende sind hier für das Rheinlad doch wieder an die 20Grad angesagt…
Aber die Umstellung der Zeit – die früher dunklen Abende – lassen uns doch wieder häuslich werden:

Tee;
Windlichter; Duft und Wärme….
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Studio Sebes, Windlichter, Porzellan mit Holzmaserung; Copyright: Sebes.

Und Wolldecken kommen wieder vermehrt für unser Wohlbefinden zum Einsatz.
Handgewebt oder gestrickt…

Wie gut, dass es die kleine Manufaktur von Catrin Krause und Holger Grabowsky gibt.
Diese beiden haben sich 2008 stricktechnisch in Hamburg auf den Weg gemacht Wolldecken
für klassisch moderne Interieurs zu entwerfen…

„Produkte mit einem Mix aus graphischer Optik und (manchmal)  hintersinnigem Humor zu schaffen“
war von Anfang an ihr Herzensanliegen. (Zitat der beiden Gestalter)

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Krause & Grabowsky, Wollplaids:
1. Hans & Franz;                                                   2. Little green piece; Merinostrick; (Copyright: Uppercase)

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Krause & Grabowsky, Wollplaids:
1. Stuhlklassiker (Reise nach Jerusalem);            2.  QR-Code; Merinostrick. Copyright: Uppercase;

Alle Decken sind schmeichelnde Doppelgewebe: die Rückseite umgekehrt farbig zur Vorderseite (Doubleface).
Phantasievoll wärmend und selber auf dem Weg Klassiker der Moderne zu werden…

Dann kann die kalte Zeit jetzt kommen!

Ein großer Textilpreis für Ulrike Isensee !

GRATULATION  !

Ulrike Isensee ist der renommierte und nur alle 4 Jahre vergebene Lotte Hofmann-Preis für herausragende Textilkunst zugesprochen worden.

Anläßlich der GRASSI-MESSE in Leipzig am kommenden Wochenende wird er verliehen, und Ulrike Isensee mit einer Ausstellung ihrer großen textilen Wandgestaltungen mit einer Präsentation im Grassi-Museum für angewandte Kunst geehrt werden.

Freunde des CRAFTkontor kennen Ihre wunderbaren Webarbeiten, aber besonders ihre experimentellen Schal-Objekte – kleine Kunstwerke zum Tragen ein Jedes – schon jahrelang.
Phantasievoll schmückend peppen sie jedes schlichte Outfit immens auf…

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Ulrike Isensee, Schalobjekt, Seidentupefen, Leinen; Copyright: U.Isensee

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Urlike Isensee, Schal-Loop, Waschleder mit Leinen; Copyright: U. Isensee
                                   

Wer mehr über ihre größeren Gestaltungen sehen möchte, dem ermpfehle ich nachfolgenden Link auf den PDF-Katalog zur Ausstellung

http://www.ulrike-isensee.de/katalog/kunstkatalog.pdf

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Ulrike Isensee, Hommage an Niki de Saint Phalle; Versch. Stoffe, Leinen; Copyright: (U.Isensee)

INFOS:

GRASSI MESSE LEIPZIG
24. – 26.10. 2014
Verkaufsmesse für angewandte Kunst und Design
im GRASSI-MUSEUM
Johannisplatz 5 – 11
04103 Leipzig

www.grassimesse.de

Gleichzeitig finden die DesignersOpen an verschiedenen Hotspots in Leipzig statt.
An diesem Wochenende ist Leipzig die Hauptstadt des Designs und des Kunsthandwerks.

Jedes Jahr ein lohnender Besuch!

Begeisterte Nachtgaleristen….

Kleine Nachlese zur 1. langen Galerienacht hier in Bonn, Bad Godesberg.
(siehe auch ältere Einträge)

Die 10 beteiligten Galerien wurden trotz sehr miesen Wetters von vielen lieben und gut gelaunten Besuchern fast überrannt.
Die wunderbare Gelegenheit, in kleinen Freundesgruppen ohne Schwellenangst die verschiedenen Lokations zu besuchen, fand sehr guten Zuspruch: man stromerte von ehemaliger Schule zu der ein oder anderen vormaligen Botschaftervilla, vom Kunstverein zur Rahmerei, reihte Kunstgenuss an Essgenuss und widmete sich den unterschiedlichsten Positionen von experimenteller Kunst bis Kunsthandwerk.

Die Skulpturen von GEORG SCHULZ im CRAFTkontor waren sehr beliebt.
Hier paarte sich gutes Handwerk mit ganz eigenem Ausdruck.

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Innenansicht Galerie Craftkontor während der Ausstellung Gruppendynamik:
Georg Schulz und Uta K. Becker;
Foto: Craftkontor

Im beleuchteten Regal konnte ich wunderbare Beziehungen zwischen unterschiedlichen Charakterfiguren herstellen.
Gruppendynamik fand sich spielerisch und schon beim Auspacken lag ein permanentes Schmunzeln auf meinem Gesicht…

Man findet Typen, grinst über Haltungen und locker ausgedrückte Emotionen
– ab und zu meint man Jemanden wieder zu erkennen:

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Georg Schulz, Angela, Holzskulptur, Lindenholz,
neben einer Raku-Keramik-Schale von Uta K. Becker;
Foto: Craftkontor

Es tummeln sich typische Besucher-Paare von Klassik-Konzerten neben Kofferträgern und anderen Mitarbeitern führender Dax-Unternehmen…

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Georg Schulz, Kofferträger, Holzskulpturen, Lindenholz;
Foto: Craftkontor

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Georg Schulz, Paar, Holzskulptur, Lindenholz;
Uta K. Becker, Wandgefäß, Raku-Keramik;
Foto: Craftkontor

Als Kontrast und doch kongeniale Ergänzung eigent sich die preisgekrönte Raku-Keramik von Uta K. Becker.
(Staatspreisträgerin 2011)
Geplant als Doppelaustellung, zeigt die Ausstellung zwei Protagonisten mit Gespür für den Augenblick.
Georg Schulz muss beim schnellen Arbeiten wissen, wann genug Ausdruck angedeutet ist – seine Figuren sind aus der Ferne, wie aus der Nähe eindrucksvoll – Uta K. Becker muss durch die unkalkulierbare Technik des Raku geschehen lassen können.
Niemand mutet dieser Technuk so architektonisch gestaltete Formen zu und erzielt diese spannende Wirkung, wie sie….

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Georg Schulz, Drei Männer im Boot, Holzskulptur, Lindenholz;
Uta K. Becker, 2 Wandgefäße, Raku-Keramik;
Foto: Craftkontor

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Uta K. Becker, Schalen, Raku-Keramik
Foto: Künstlerin;

Niemand ist so farbstark in den Varianten der Glasur auf Raku-Keramik und niemand traut sich die Dünnheit der Schalen zu, wie Uta K. Becker.
Ihre Raku-Keramik baut auf der Tradition aus dem Japan des 17. Jahrhunderts, hat es aber für sich sehr stark in Form und Gestalt witerentwickelt !
Uta K. Becker ist eine herausragende Protagonistin des Raku im 20. – 21. Jahrhundert!

Die Ausstellung ist noch zu sehen bis Mitte Juni!
(Jedoch verlassen jeden Tag Objekte mit verliebten Sammlern das Haus…)

 

Silberpreis…

Die Messe Kunst und Handwerk im Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) Hamburg vergibt jedes Jahr den Justus Brinckmann Preis als Anerkennung für die gelungene Symbiose aus innovativer handwerklicher und gestalterischer Qualität.
Er ist ein zusätzliches Wertesiegel für künstlerische Leistung und Ausdruck der Wertschätzung.

Den renommierten, mit 7.500 Euro dotierten Justus Brinckmann Preis 2012 erhält die in Hannover lebende Silberschmiedin Maike Dahl.
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Maike Dahl (Foto: Maike Dahl)

Gemäß dem Leitspruch „Silber ärgert sich schwarz, wenn es nicht benutzt wird“
versucht sie, dem Silberschmiedehandwerk die Aura des Luxus zu nehmen.
Ihre mit dem Scheuerschwamm bearbeiteten Gefäße und Bestecke sollen am besten täglich benutzt werden.

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Maike Dahl, Dosen, Silber, gefaltet, Porzellan (Foto: Maike Dahl)

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Maike Dahl, Kännchen, Silber, geschmiedet, gefaltet (Foto: Maike Dahl)

Für ihre ungewöhnlichen Formen inspiriert sich Maike Dahl umgekehrt auch an der Alltagskultur, insbesondere den Take-Away-Verpackungen. (Pressetext des Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg)

„Das Wertvollste an Silber ist es zu benutzen. Mein Anliegen ist es Silber wieder zurück in den Alltag zu bringen und zu zeigen, wie sich Gewohnheiten und Formen von Gebrauchsgegenständen verändert haben.
Mein Tafelsilber ist einfach in der Handhabung und spülmaschinenfest und passt sich perfekt dem Zeitgeist der ‚take-away‘ Generation an: mobil, flexibel und eigenständig.“
(Maike Dahl, Zitat von ihrer Website)

Maike Dahls Alltagssilber umfaßt neben Gefäßen auch eine wunderbare Kollektion an Löffeln, die sich bestens Eigenen, denspeziellen Lieben geschenkt zu werden.
Unter dem Thema „Löffelweide Glück“ schafft sie schlichte Formen und stempelt liebevolle Worte und Textteile ein.

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Maike Dahl, Silberlöffel, gestempelt (Foto: Maike Dahl)

Nicht zuletzt das Kennenlernen der Arbeiten Maike Dahls sind in diesen Tagen Grund, die Messe „Kunst und Handwerk“ im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg auszusuchen.

Bis 9. Dezember eine wunderbare Gelegenheit den Besuch in Hamburg mit der Auswahl exquisiter, handgearbeiteter Stücke zum Verschenken oder Selber behalten, zu krönen.

FREUNDLICHE BOTSCHAFTER……

Für eine Galerie ist man sehr häufig unterwegs – gerade der Frühling bringt inspirierende Messen und Ausstellungen
– Inhortganta, München – die Schmuckmesse;  – Maison & d’Object, Paris – Interieur und internationales Kunsthandwerk;
– Internationale Handwerksmesse, München – die großen Avantgarde Themenausstellungen im Autorenschmuck und dieses Jahr  Glasgestaltung…
Manches ist fast schon Pflichtprogramm, manches läßt man mal ein Jahr aus und schaut woanders…

Trotzdem muß Zeit bleiben, Ihnen die erste Frühjahrsausstellung in diesem Jahr vorzubereiten und anzukündigen.

Titel ist: „MENSCHEN(S)KINDER – TYPEN – INDIVIDUEN“ –
Beginn am Donnerstag, 9. Februar.

Der Mensch als Einzelgänger oder Gruppenphänomen – als Teil eines Paares oder als Eigenbrödler wird gestalterisch umkreist.
Wie sehr faszinieren uns doch immer wieder unsere Artgenossen…

Als „Botschafter“  der Ausstellung zeige ich Ihnen vorab Holzschnitte von Tita do RegoSilva, einer in Hamburg lebenden brasilianischen Künstlerin, auf die ich immer wieder bei meinen Winterreisen zu den Norddeutschen Kunsthandwerkern gestoßen bin. Sie sollte schon lange Gast in einer meiner Ausstellungen sein.

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„Fabelwesen, Tiermenschen, Teufelchen und Naturgötter… auf hohen Beinen stelzen sie durchs Bild, schaukeln, tanzen, schlendern und scheinen nichts anderes dabei im Sinn zu haben, als sich ein wenig zu necken und dabei das Laben zu genießen. Tita do RegoSilva entwirft mit ihren Holzschnitten eine scheinbar freundliche Weltsicht, gespeist aus den Geschichten ihrer Heimat Brasilien…
Linie, Fläche, Gebärde und eine sehr präzise Farbgebung gewinnen in ihren Arbeiten unwiderstehlichen Präsenz. „
(Ursula Herrndorf, Katalog Tita do regoSilva 2011)

Diese ungemein humorvollen Wesen sind zu Gast im CRAFTkontor ab 9. Februar

 

Gar nicht fadenscheinig…

Leider fröstelt es uns mal wieder heftig im Moment, aber die Zeit der wärmenden Schals geht nun hoffentlich langsam dem Ende zu.
Denn in Frühling und Sommer nehmen wir Schal und Stola ja eher als luftiges Beiwerk, als Schmuck.
Was wird nicht aus einem Kleinen Schwarzen oder einer schlichten weißen Hemdbluse durch einen raffinierten Schal.

Ulrike Isensee ist für mich die Spezialistin auf diesem Gebiet.
Die Hamburgerin ist klassische Weberin, aber Ihre zweite Kollektionslinie neben gewebten Seiden und Seiden/Leinenschals, sind die experimentellen Schalobjekte.

Nicht zuletzt dafür errang Sie den renommierten Justus-Brinckmann-Preis des Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und man schätzt und trägt ihre Schals weltweit…

Ulrike Isensee, Schalobjekt Niki de St. Phalle

In einem luftig zarten Leinengitter sind verschiedenste Seiden und Stoffe appliziert: mal als Hommage an einen Künstler, oben an Niki de St. Phalle, mal als lustige Kollage.

Ulrike Isensee, Konfettischal, Leinengewebe mit Walkdots

Flottes Schalobjekt mit Walk-Dots, auch für die Jeansträgerinnen unter uns.
Ein ähnliches Modell gibt es mit etwas größeren Seidentupfen in festlicherer Variante und für alle Schals gilt:
sie sind in unterschiedlichsten Farbfamilien zu bekommen.

Ulrike Isensee, Schalobjekt Schwarz-WeißUlrike Isensee, Schal Streifen u. Blätter.

Hier zwei klassisch schwarz-weiße Schals, aber in unterschiedlicher Stilistik: oben als Kollage aus verschiedensten Stoffen: matt, glänzend, Zeitungsdruck, Seide… und mit schrägem Saumabschluss.
Unten strenger graphisch aus addierten Seiden-Baumwollstreifen auf dem Leinennetzgewebe mit Applikationen aus roten Walk-Blättern.

Stellen Sie sich das auf schlicht Rot, Schwarz oder Weiß vor: das peppt ungemein….