„Standing“- Skulpturen von Sundari Arlt

Neben den wunderbaren Porzellangefäßen Karin Babloks stehen im Moment die Skulpturen der in Freiburg lebenden Bildhauerin Sundari Arlt im CRAFTkontor.Sundari Arlt, Fotograf, Lindenholz farbig gefaßt; Fotocopyright: ArltSundari Arlt, Fotograf, Lindenholz farbig gefaßt; Fotocopyright: Arlt

Vor Jahren stellte ich schon Georg Schulz als Holzbildhauer aus – beide sind sich einig in der guten Beobachtung des Alltagsmenschen und seiner humorvollen Widergabe:
Bei Georg Schulz war es an Loriots Menschensicht erinnernd, bei Sundari Arlt machen das „Standing“ und die Accessoires das Amusement über diese Zeitgenossen aus.Sundari Arlt, Bookhead, Lindenholz, farbig gefaßt; Fotocpoyright: ArltSundari Arlt, Bookhead, Lindenholz, farbig gefaßt; Fotocpoyright: Arlt

Sie arbeitet Sockefiguren, d.h. der Querschnitt des Sockelholzes bestimmt die Ausmaße der Figur. Die Gestalten sind nicht auf den Sockel montiert, geklebt, geschraubt, sondern sind aus diesem Sockelstamm geschnitzt:
bei den großen Figuren erst mit der Kettensäge und dann mit dem Stechbeitel.Sundari Arlt bei der Arbeit mit der Kettensäge; Fotocopyright: ArltSundari Arlt bei der Arbeit mit der Kettensäge; Fotocopyright: Arlt

Letzter Arbeitsschritt ist die farbige Fassung, die die „Alltäglichkeit“ der Personen unterstreicht, oder ironisch überhöht…Sundari Arlt, "Winkende", Lindenholz, farbig gefaßt; Fotocopyright: ARlt.Sundari Arlt, „Winkende“, Lindenholz, farbig gefaßt; Fotocopyright: Arlt.

Wunderbare Mitbewohner…
Zu sehen im CRAFTkontor bis 10. November 2018.

Karin Bablok: Arbeiten auf Porzellan und Papier

Karin Bablok ist eine der renommiertesten Keramikerinnen der deutschen Szene.Karin Bablok mit einem ihrer Gefäße aus Porzellan (Fotocopyright: Axel Fidelak)Karin Bablok mit einem ihrer Gefäße aus Porzellan (Fotocopyright: Axel Fidelak)

Ankäufe aller wichtigen weltweiten Museen für angewandte Kunst und Lehraufträge  in Japan, Korea und im Moment in China sprechen für sich…

Ihre Arbeiten, die sie aus Limoges-Porzellan, seit einiger Zeit auch aus einer japanischen Porzellanmasse fertigt, sind meist bis zur Lichtdurchlässigkeit dünnwandig gedreht.
Obwohl alle Arbeiten zweifellos Gefäße sind, tritt eine auf eine reine Funktionalität achtende Formbildung in den Hintergrund.
So zerschneidet sie zum Teil die auf der Scheibe entstandenen, rotationssymmetrischen Formen und setzt sie neu zusammen. Es entstehen Gefäße mit verschiedenen Gesichtern, mit Kanten und Kammern, die trotz ihrer Asymmetrie eine formale Klarheit und Strenge behalten, sich aber ihrer perspektivischen Erfassung auf den ersten Blick entziehen.

Karin Bablok, Gefäßpaar, Porzellan, Basaltglasur;
Karin Bablok, Gefäßpaar, Porzellan, Basaltglasur;

Mit der anschließenden Bemalung geht sie ein auf Formen und Flächen – ein Dialog zwischen Raum und Linie, zwischen Innen und Außen entsteht. Die Bemalung ist dabei nicht nur dekorative Verzierung, sondern lässt Form und Malerei zu einer Einheit verschmelzen.
Karin Bablok, Porzellangefäße mit gestischer Malerei;
In ihrer Malerei verfolgt sie dabei zwei Ansätze, die kaum unterschiedlicher sein könnten:
mal führt sie den Pinsel kraftvoll-spontan mit schneller Geste, mal strukturiert sie mit präzise aufgebrachten geometrisch-konstruktiven Linien, Punkten und Flächen den Gefäßkörper – ein komplexes Spiel der Gegensätze: Schwarz/Weiß , Körper/Fläche, Innen/Außen, Malerei/Plastik.
Karin Bablok, Gefäßgruppe mit geometrischer und gestischer Malerei, Basaltglasur auf Porzellan;Karin Bablok, Gefäßgruppe mit geometrischer und gestischer Malerei, Basaltglasur auf Porzellan;

Karin Bablok, geboren 1964 in Donauwörth, lebt in Hamburg und arbeitet in einem alten Schulhaus, das sie mit anderen Künstlern teilt.
(Text: Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle)

Sie sagt selber über ihre Art zu arbeiten:
„Das gedrehte Porzellangefäß, nutzbar oder als künstlerisches Ausdrucksmittel, ist mein Thema. In diesem eng gesteckten Rahmen stelle ich mir immer wieder neue kniffelige Aufgaben.
Sie zu lösen fordert meine ganze Konzentration. Gerne verliere ich mich im Detail.
Dabei entstanden in den letzten 20 Jahren vor allem hauchdünne, transluzente Unikate, deren Wandung oftmals Kanten aufweist. Sie sind einerseits Träger einer ausgetüftelten, linearen Malerei, die das Innen mit dem Außen logisch verbindet. Andererseits bieten sie eine reizvolle Fläche für meinen expressiven Pinselstrich.
Es findet sich intuitiv die richtige Raumeinteilung für Früchte, wehende Weiden oder Baumwollgras. Spritzer und Tropfen sind gewollt aber nicht provoziert. Wichtig ist mir ein freier Schwung und die Freude am Machen.“
(Karin Bablok)

Jüngst widmet sie sich zusätzlich der Malerei auf demPapier. Nie ist das Skizze für eine Porzellanarbeit, immer eigenständig stehende Formuierung.
In den Tuschearbeiten mit ein paar farbigen Akzenten erahnt man Einflüsse der sie umgebenden Natur, ein Einfluss, der auch ganz langam in der Bemalung ihrer Gefäße Einzug hält: Weg vom rein abstrakt Gestischen, hin zu vegetabilen Spuren.Karin Bablok, Gefäß "Hagebutte", Porzellan mit Basaltglasur; (Fotocopyright: Michael Wurzbach)Karin Bablok, Gefäß „Hagebutte“, Porzellan mit Basaltglasur; (Fotocopyright: Michael Wurzbach)

Im Moment sind Gefäße und neue Papierarbeiten Karin Babloks  im CRAFTkontor zu sehen. Die Ausstellung dauert bis 6. November 2018.

Wer einen anderen Einstieg in die Arbeit Karin Babloks haben möchte: es gibt eine wunderbares halbstündiges Video auf Youtube von einer Arbeitsbeobachtung in ihrem Atelier.

Hier wird die akribische Arbeit, Geduld und die Könnerschaft dieser Künstlerin sehr deutlich.

 

 

2008 – 2018: 10 Jahre CRAFTkontor

Es ist unglaublich – die Zeit fliegt: im September vor 10 Jahre setzte ich ein Konzept, das mich in der Zeit vorher lange beschäftigt hatte, in die Tat um: die Gründung einer Galerie für europäisches Kunsthandwerk.

CRAFTkontor_Eunique Katalog Mai-2011

10 Jahre Engagement für gute Gestaltung sind nun vergangen…

Das CRAFTkontor, die in Bonn einzige Laden-Galerie, die auf angewandte Kunst und Kunsthandwerk exklusiver deutscher und europäischer Ateliers, Werkstätten und Manufakturen spezialisiert ist, feiert wie immer mit einer neuen Ausstellung.

Angesiedelt in der für ihre individuellen Geschäfte bekannten Bürgerstraße in Bad Godesberg, zeigte sie bislang schon erfolgreich in 4-5 Themenausstellungen im Jahr ausgefallene Einzelstücke renommierter Gestalter, z. T. Staatspreisträger, aber auch talentierter Newcommer aus den Bereichen Schmuck, Keramik, Glas, Holz und Textil, die man in so ausgefallener Zusammenstellung nur in 5-6 anderen Städten Deutschlands findet.

In 50 Ausstellungen zeigte sie Arbeiten von knapp 300 verschiedenen Gestalter-Innen.CRAFTkontor_Eunique Katalog Mai-2012-sw

Grundtenor aller Objekte der CRAFTkontor-Kollektionen war und ist die Symbiose aus Design und Handwerk, die überzeugende Gestaltung in technisch virtuoser Umsetzung zeigt:
Manufaktur im eigentlichen Sinn des Wortes, für die noch das Qualitätskriterium „Handmade in Germany“ gilt.

Freuen Sie sich auf die Jubiläumspräsentation unter dem Thema „BLICKWECHSEL II mit Arbeiten von 3 weiteren Kunsthandwerkerinnen:
mehrfach preisgekrönte hauchdünne Porzellanunikate und Papierarbeiten von KARIN BABLOK, die reinweißes Porzellan dreht und mit expressiven Pinselstrichen versieht.
Die mit  Motorsäge und Stechbeitel geformte Skulpturen von Menschen in Bewegung, Spannung und Emotion von SUNDARI ARLT und Schmuck von FRIEDA DÖRFER, der Tradition und Innovation in sich vereinigt, da die junge Goldschmiedin die hohe Kunst des Guillochierens beherrscht, einer alten, fast vergessenen Goldschmiedetechnik, die sie modern interpretiert.Jubiläumsausstellung: Karin Bablok, Frieda Dörfer, Sundari Arlt;Jubiläumsausstellung: Karin Bablok, Frieda Dörfer, Sundari Arlt;

Herzliche Einladung ins CRAFTkontor.
Ausstellungsdauer bis 10. November 2018.

Perspektiven….

Angekommen im neuen Jahr, fragt man sich, welche neuen Aussichten es mit sich bringt….
Das Jahr 2018 ist für das CRAFTkontor ein Jahr der besonderen Freude, denn die Ladengalerie wird im September 10 Jahre alt.
Wunderbar, dass ein Konzept, das sich ausschließlich auf die Präsentation von deutschem und europäischem Kunsthandwerk aus kleinen Ateliers und Manufakturen spezialisiert hat, trägt !
Es gibt Sie also doch noch, allen Unkenrufen zum Trotz, die Individualisten, die das Besondere, das Handgemachte, lieben !

Vier Schwerpunktausstellungen werden wie immer das Jahr gliedern:Christiane Möhring, Seeigel, Keramikskulptur, 70cm; (Copyright: Chr. Möhring)Christine Möhring, Seeigel, Keramikskulptur, 70cm
(Copyright: Chr. Möhring)

– Ab Ende Februar zeigen wir unter dem Titel
„Behausungen – Hüllen – Nester“ u.a.die faszinierenden Naturumsetzungen in Keramik von Christine Möhring.

– Die Teilnahme des CRAFTkontors an der so sehr erfolgreichen „Langen Galerienacht“ in Bonn-Bad Godesberg  bestreiten wir ab 4. Mai mit den Porzellangefäßen von Martina Sigmund-Servetti und den Terrakottafiguren  von Johanna Beil.Johanna Beil, Terrakottafigur "Die Schaumgeborene" (Copyright J. Beil)Johanna Beil, Terrakottafigur „Die Schaumgeborene“ (Copyright J. Beil)

– Den Sommer widmen wir dem Material, das so sehr unsere Zeit und unsere Umwelt prägt, dem Kunststoff. Schmuck und Gefäße zeigen die Vielfalt  der gestalterischen Möglichkeiten in diesem Material.

– Schwerpunkt im Herbst werden die strengen Arbeiten von Karin Bablok sein.Karin Bablok, Gefäßgruppe, Porzellan; (Foto u. Copyright: K. Bablok )Karin Bablok, Gefäßgruppe, Porzellan (Foto Dietlind Wolf, Copyright: K. Bablok)

Konsequent ist Bablok in ihrer fast ausschließlichen Beschäftigung mit dem „weißen Gold “ und schwarzen Dekorationen. Zum Teil bespielen sie abstrakt die Form , zum Teil betonen sie geometrisch die Form an sich.
Diese Strenge erfordert Sichtwechsel und so ergänzen wir ihre Arbeiten mit Werken von zwei weiteren Gestaltern…

Und danach sind wir schon wieder bei der Winterwunderkammer im CRAFTkontor zur Vorweihnachstzeit angekommen.
Sie sehen – es wird ein interessantes Jahr!

Ich freue mich auf Ihr Interesse !

BANNERnachtdergalerien2018