Keramikerin Susanne Altzweig im Film

Spannend und kurzweilig ist die Sendefolge „Handwerkskunst“ vom SWR.
Letzte Woche beobachtete das Filmteam Susanne Altzweig in ihrer Werkstatt bei der Erstellung eines Kaffeeservice-Sets.Susanne Altzeig, Geschirrserie Rosen, Keramik; (Copyright: Altzweig - Foto: Alzey)Susanne Altzeig, Geschirrserie Rosen, Keramik; (Copyright: Altzweig – Foto: Alzey)

Jeder Schritt dieser anspruchsvollen mehrtägigen Arbeit, um ein individuelles Service zu gestalten, wird verfolgt.
Die Besonderheit der Altzweigkeramik, die freie malerische Farbigkeit setzt den I-Punkt.

Wenn Sie es nicht gesehen haben: hier ist der lohnende Link zur Mediathek…

http://www.ardmediathek.de/tv/Im-S%C3%BCdwesten/Handwerkskunst-Wie-man-ein-Kaffeeservic/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=27081432&documentId=46832702

Die Leidenschaft und die fast selbstverständliche Könnerschaft Susanne Altzweigs wird im Film deutlich – Handwerkskunst – wie schön ist es, im Alltag solch Handgemachtes zu benutzen, das Besondere in jedem Teil zu erkennen – gesteigerter Genuss !

Besondere Vasenobjekte und Schalen von Susanne Altzweig konnten Sie schon vor einigen Jahren hier im CRAFTkontor bewundern…

Hier war die Reliefierung und die subtile Farbigkeit Thema….
Sicher werde ich diese geschätzte Keramikerin wieder Mal in einer weiteren Ausstellung zeigen….SusanneAltzweig1-VasenensembleSusanne Altzweig, Vasengruppe, Keramik, (Foto+Copyright: Altzweig)

Paarweise…. Gefäßkeramik…

Im Frühsommer besuchte ich ein Keramikatelier ganz im Norden Deutschlands, um das Ehepaar Lerch zur Ausstellung „Rabenschwarz“ zu verlocken, mir ein paar ihrer wunderbaren Arbeiten zu senden.
Dort in Bünsdorf Richtung Eckernförde haben Sie in ihrem Haus Leben und Arbeiten zusammengefügt. Schön dort zu schauen….
„Inke und Uwe Lerch zählen zu den auch international beachteten, im keramischen Metier tätigen Kunsthandwerkern, die auf eine fast dreißigjährige Erfahrung zurückblicken können. – (Gerade in diesem Jahr hatten sie zu ihrem 70. und 75. Geburtstag ein delikate Doppelausstellung in Berlin.)Inke Lerch, Gefäß, Porzellan; (Copyright: Lerch)Inke Lerch, Gefäß, Porzellan; (Copyright: Lerch)Uwe Lerch, Gefäß, Keramik; (Copyright: Lerch)Uwe Lerch, Gefäß, Keramik; (Copyright: Lerch)

Dabei verwirklicht jeder der beiden Ehepartner seine eigenen Ideen und stellt seine Gefäße vom Drehen übers Abdrehen bis zum Dekorieren und Glasieren selbst her; die komplexe, künstlerische Tätigkeit gestattet keine Arbeitsteilung.
Ihre unterschiedlichen Grundauffassungen vom Gefäß, ihre Gestaltungsprinzipien und -vorlieben kommen so in den Werken voll zum Ausdruck….

Inke und Uwe Lerch betrachten das Gefäß als eine gestalterische Aufgabe, die seit Menschengedenken ein Bestandteil des Lebens ist und für die auch weiterhin Lösungen zu finden sich lohnt. …Sie stellen sich dabei zusätzlichen Herausforderungen, wenn sie Körper gestalten, die die Funktion von Gefäß erfüllen oder oft stark gewölbte Gefäßoberflächen mit Flächendekoren in Einklang bringen ….“(Textzitat Dr. Karin Heise)

„Inke Lerch bevorzugt als Material feines Porzellan oder Steinzeug. Die Oberfläche behandelt sie mit gefärbten Porzellanengoben.
Das äußerst zeitaufwändige, fast schon meditative Prozedere erfordert höchste Geschicklichkeit und Sorgfalt.
Die mit perspektivischen Dekoren überzogenen Gefäße weisen reizvolle Kontraste zwischen gekrümmter Grundform und illusionistischer Malerei auf….“
(Die mit mathematischer Präzision berechneten Dekore sind perfekte Ritz- und Spritzarbeit – klassisch und modern zugleich und unverwechselbar Inke Lerch.)Inke Lerch, Free Form, Porzellan; (Copyright: Lerch)Inke Lerch, Free Form, Porzellan; (Copyright: Lerch)

Uwe Lerch fasst das Gefäß überwiegend als Plastik auf. Seine aus Steinzeug gedrehten Objekte haben strenge Formen und klare Konturen. (Seine Formen werden durch zum Teil friesartige Ritzdekore unterstrichen.)…“
(Textzitat Dr. Maren Jürgensen) Uwe Lerch, Geritzter Zylinder, Keramik; (Copyright: Lerch)

 

 

 

Uwe Lerch, Geritzter Zylinder, Keramik; (Copyright: Lerch)

 

In der Herbstausstellung im CRAFTkontor vertreten die Lerchs eine klassische Position der heutigen Keramik: in sich ruhend und doch Aufsehen erregend.
Sie sind mit vielen ihrer Werke in den bedeutenden Keramiksammlungen und-Museen vertreten.

 

„Schwarz sticht alles…“ (Coco Chanel)

Herbstzeit – es wird früher dunkel und auch die Mode widmet sich wieder dem beständigen Lieblingston der Winter-Saison, dem SCHWARZ.
Auch in Kunst und Kunsthandwerk ist Schwarz ständig präsent: nimmt sich zurück und betont gleichzeitig Graphik, Form und Haptik der Objekte…

Sie sehen schon, die neue Ausstellung im CRAFTkontor widmet sich ebenfalls dem Schwarz… Titel: RABENSCHWARZ.Rabenschwarz.indd
RABENSCHWARZ ist das tiefste Schwarz und wir verbinden es mit dem Thema der Raben, einem der Intelligentesten der Vögel.

Neben den Rabenskulpturen von Ule Ewelt (ich erinnere an die sooo erfolgreiche Ausstellung ihrer Tierskulpturen im Mai 2017) und demnächst auch von Andreas Hinder, sind die kommunikativen Vögel durch Zeichnungen von Karen Meunier und Irmgard Hofmann vertreten.Karen Meunier, Rabe, Zeichnung;Karen Meunier, Rabe, Zeichnung; (Copyright: Meunier)Irmgard Hofmann, Abramelin, Zeichnung Tusche; (Copyright: Hofmann)Irmgard Hofmann, Abramelin, Zeichnung Tusche; (Copyright: Hofmann)

In einer Zeit, in der es uns zieht, jede noch verbliebene leuchtende Blüte ins Haus zu holen, sind natürlich auch Vasen ein Schwerpunkt:
Die Keramikerin Tanja Möwis aus Bremen ist mit einer wunderbaren Gruppe zu Gast.
Ebenfalls von ihr ist ein Schalen- Becherset mit Teekanne…Tanja Möwis, Vasen und Becher im Galerieregal, Keramik; (Copyright: Möwis, Portsteffen)Tanja Möwis, Vasen und Becher im Galerieregal, Keramik; (Copyright: Möwis, Portsteffen)

Tee und Kekse sind auch die Dinge, die für die schönen Schalen von Martina Sigmund-Servetti gedacht sind: zart aber widerstandsfähig aus schwarz/weiß marmoriertem Porzellan gedreht….Martina Sigmund-Servetti, Schalen, marmoriertes Porzellan; (Copyright: Servetti, Portsteffen)Martina Sigmund-Servetti, Schalen, marmoriertes Porzellan; (Copyright: Servetti, Portsteffen)

Die Zusammenstellung zum Thema „Rabenschwarz“ im CRAFTkontor läuft bis Mitte November und in dieser Zeit werde ich Ihnen auch ein paar weitere Protagonisten der Ausstellung vorstellen.

 

 

Herzlichen Glückwunsch Lotte Reimers

Zum 85. Geburtstag einer der bedeutendsten Keramikerinnnen Deutschlands
und als Ausflugstip in Sachen Keramik und Kunst in ein wunderbares kleineres Museum…

Ein Leben für die Keramik

› Schalen, Schüsseln und Teller, Krüge, Figuren und Gefäße auf umgedrehten Holzkisten, auf Tischen, Podesten und in Vitrinen. Im Dezember 1956 haben Keramiken das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum besetzt. Wenig anders sieht es in den herrschaftlichen Sälen in Hannover-Herrenhausen oder im Klingenmuseum in Solingen aus. Lotte Reimers und Jakob Wilhelm Hinder (1901–1976) zeigen moderne Arbeiten aus Ton überall dort, wo es geht: in Kurhäusern, in Turn- und Schützenhallen, aber auch in Schlössern und Museen.
Das Mädchen und der „Wandergalerist“
So ungewöhnlich wie diese Wanderausstellung ist auch das Team, das dahintersteckt: Ein gerade einmal 24-jähriges Mädchen aus Hamburg, das sein Abitur zwar bestanden, aber das eigene Studium an der Kunsthochschule in den Wind geschossen hat. Und ein 30 Jahre älterer „Wandergalerist“ aus Weidenhausen bei Marburg, der eigentlich Kaufmann ist, aber die Keramik liebt. Jahrzehntelang werden sie zusammenbleiben, Keramiken als Kunst zeigen, erklären, dokumentieren, sammeln und verkaufen — und schließlich im Jahr 1971 im pfälzischen Deidesheim ein Museum einrichten und zur ersten Adresse in Sachen Keramikkunst ausbauen. Aber sich immer mit „Fräulein Reimers“ und „Herr Hinder“ ansprechen.Lotte Reimers‘ „Keramisches Objekt“.

Thomas Duttenhoefers Eisenskulptur „Last des Amtes“ (links) ist derzeit in der Schloss Villa Ludwigshöhe zu sehen, ebenso wie …Gemälde von Hellmut Neukirch;
Mehr als 60 Jahre sind seit der eingangs beschriebenen Ausstellung im Bochumer Museum und mehr als 45 Jahre seit der Gründung des Deidesheimer Museums vergangen, doch die Aufbruchsstimmung, die Leidenschaft und Risikobereitschaft von damals sind noch immer beeindruckend. Wenn die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz nun auf Schloss Villa Ludwigshöhe in Edenkoben eine Ausstellung zeigt und die Mannheimer Ike und Berthold Roland-Stiftung ihren Ehrenpreis an Lotte Reimers vergibt, dann wird eine der bedeutendsten Keramikerinnen Deutschlands gewürdigt.
Mittwochs im „Goldenen Weinberg“
„Ars Phantastica“ heißt die Schau, in deren Rahmen Reimers zu ihrem 85. Geburtstag nicht sich selbst, sondern das Land beschenkt: 79 Objekte, Malereien, Grafiken und Plastiken von regional und überregional bedeutenden Künstlern gehen damit in den Besitz des Landesmuseums über. Mit vielen hatte Reimers in den 1970er- und -80er-Jahren Gruppenausstellungen in Deidesheim organisiert. Und immer wieder zusammengesessen und mit Künstlern, Schriftstellern, Journalisten, Architekten, Kuratoren und Galeristen diskutiert: immer mittwochs im Restaurant „Goldener Weinberg“. Darunter waren auch der Neustadter Bildhauer Gernot Rumpf, der Beuys-Schüler Hannsjörg Voth oder der Krefelder Kinetiker Adolf Luther.
Deidesheimer Künstlerzirkel
Zur Runde gehörte auch Ingrid Vetter, die heute die Abteilung Moderne Keramik des 20. Jahrhunderts des Landesmuseums leitet und die umfangreiche Sammlung von Jakob Wilhelm Hinder und Lotte Reimers, die schon vor einigen Jahren ans Land Rheinland-Pfalz ging, inventarisiert hat. „Ein Stück Zeitgeschichte“ hat sie nun ihre neue Ausstellung überschrieben. Das trifft es ziemlich genau, denn „Ars Phantastica“ ist nie eine Stilrichtung gewesen und die Künstlergruppe aus Deidesheim nie ein fester Kreis. Was sie allerdings einte, war ihr gesellschaftskritisches Denken: „Last des Amtes“ hat etwa Thomas Duttenhoefer seinen selbstzerstörerischen Papstkopf aus Eisen genannt, zu sehen sind aber auch eine Grafik des Mannheimers Walter Stallwitz oder surreale Szenen von Hermann Hoormann.
Keramik als Kunstform
Arbeiten von Lotte Reimers selbst gibt es derzeit auf dem Flur der Slevogt-Galerie zu sehen, für die mehrere tausend Stück zählende Keramik-Sammlung ist nach wie vor der Gewölbekeller vorgesehen. Sie zeigt, wie kenntnisreich, aber auch weitsichtig Hinder und Reimers gesammelt haben und wie sich die Keramik vom zweckgebundenen Gefäß zur freien Form weiterentwickelte. „Jakob Wilhelm Hinder hat die Keramik als Kunst etabliert und sich dafür in ganz Deutschland umgesehen. Lotte Reimers aber war es, die den Blick auch in andere Länder öffnete“, betont die Kuratorin Ingrid Vetter.Beide seien immer auf der Suche nach Künstlern gewesen, die alte Techniken und Glasuren innovativ und für eigene Positionen einsetzten. Auch die frei aufgebauten Keramiken von Lotte Reimers selbst sind darunter, die wie rätselhafte Architekturen emporragen und über die sie selbstentwickelte Glasuren etwa aus der Asche von Rebstöcken schüttet, schleudert oder sie gänzlich darin eintaucht. Lotte Reimers Kunst hat daher etwas sehr Sinnliches, sie wirkt eigentümlich und warm. Irgendwie archaisch.
Und dadurch zeitlos aktuell. ‹
(Textcopyright Kulturmagazin der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH, 2/17)

Ars Phantastica
bis 09. Juli 2017
Max-Slevogt-Galerie, Schloss Villa Ludwigshöhe, Edenkoben
Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr
www.max-slevogt-galerie.de
www.lottereimers.de
www.keramik-sammlung.de

Sonngard Marcks – Keramische Bildwelten

S.Marcks Teller Fliege.PersischerStoff D32,5

Sonngard Marcks, Teller „Fliege“ , Fayencemalerei auf Keramik;

Eine herausragende Keramikerin unserer Zeit hat in Kooperation mit der Neuen Sammlung München (Pinakothek der Moderne)  in Bielefeld eine Einzelausstellung bekommen.
Wenn Sie in der Nähe sind: hier meine Empfehlung zu einem Besuch !!

Kenner des CRAFTkontor lieben sie aus zwei vergangenen Ausstellungen „Stillleben“ und „Botanica“.
Diese Ausstellungstitel geben schon Hinweise auf den Schwerpunkt ihres Schaffens, der feinfühligen Malerei von Fauna und Flora in zauberhaften Kompositionen und das, wenn man mag, sogar auf nutzbaren Formen !Sonngard Marcks, Schale "Birnen", Detail der Fayencemalerei auf KeramikSonngard Marcks, Schale „Birnen“, Detail der Fayencemalerei auf Keramik

„In der zeitgenössischen Keramik ist Sonngard Marcks eine feste Größe. Die Ausstellung beleuchtet ihr Schaffen der letzten 20 Jahre. Spannend zu beobachten ist die permanente künstlerische Weiterentwicklung. Stillstand gibt es bei ihr nicht, stets ist die Künstlerin auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen.

Beginnend in den 1990er Jahren dominiert bei Sonngard Marcks die ungesinterte, rote Irdenware mit dunklem Scherben und einer eher transparenten Engobe- und Glasurmalerei. Inhaltlich ist die Malerei von abstrakt-geometrischen Elementen geprägt. Auch die Objekte selbst – Kannen, Teller, Schalen, Vasen, Objekte  –  sind deutlich der geometrischen Formgebung verpflichtet. Allgemein ist diese Phase von einem freien, spielerischen Umgang mit jeglicher Form bestimmt, wird der Geste des Zufalls Spielraum gewährt.

Nach dem Jahr 2000 verschiebt sich der Schwerpunkt ihrer Arbeit in Richtung Fayencetechnik, Bedeutung erlangt der zinnglasierte, weiße Malgrund, wichtig wird nun auch die Präzision im malerischen Detail. Eine weitere Veränderung betrifft das Thema der Glasurmalerei, die Künstlerin arbeitet nun gegenständlich, sie widmet sich zusehends Motiven aus Fauna und Flora. Zunächst noch grafisch abstrahiert, geraten die dargestellten Wesen immer naturalistischer, schließlich bekommen sie sogar in Beigabe einer Schattenzeichnung die dritte Dimension zugestanden. Auch dürfen Früchte plastisch bzw. objekthaft auftreten. Was so in Erinnerung barocker Schaugerichte beginnt, mündet schließlich in Collagen und Installationen.

Sonngard Marcks studierte an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein (heute Kunsthochschule Halle a. d. S.). Sie erhielt zahlreiche Preise: Keramikpreis Neuburg/Donau (Sonderpreis der Jury 1992), Keramikpreis der Stadt Bürgel (1997), INAX Design Prize for Europeans (Tokio/Tokoname, Japan, 1998), Oldenburger Keramikpreis (2003 und 2004), Dießener Keramikpreis (2008) und Bayerischer Staatspreis (2008). “

Museum Huelsmann – Weiße Villa
Ravensberger Park 3
D-33607 BielefeldÖffnungszeiten
dienstags bis samstags 14 – 18 Uhr
sonntags 11 – 18 Uhr

Öffentliche Führungen: Mi, 10.05.17 + 14.6.17 + Sa, 01.07.17, jeweils 15 Uhr
Kulturcafé: Mi, 17.05.17 + 21.06.17, jeweils 15.30 Uhr (Anmeldung Tel. 0521 – 51 37 66)
Finissage: So, 13.8.17, 17 Uhr

Katalog: Sonngard Marcks – Keramische Bilderwelten
Herausgeber: Angelika Nollert, Die Neue Sammlung, München
Text: Josef Straßer, Vorwort: Angelika Nollert
München: Die Neue Sammlung, 2016
ISBN 978-3-9813755-9-615

Die Tierherde ist angekommen….

Die Vorbereitungen für die neue Ausstellung im CRAFTkontor laufen auf Hochtouren.
„RAUCHZEICHEN“ wird Kalligraphien und Keramiken kombinieren.

Heute kam der „Tiertransport“ … die Keramikerin Ule Ewelt brachte in gut ausgepolsterte Kisten ihre wunderbaren Tierkeramiken.

Ule Ewelt Tierskulpturen in den Transportkisten; Foto: CRAFTkontor

Ule Ewelt
Tierskulpturen in den Transportkisten;
Foto: CRAFTkontor

Diese Tierdarstellungen faszinieren durch ihre gedankliche Nähe zu den Darstellungsformen der Höhlenmalerei, hervorgerufen durch die reduziert archaische Gestaltung und die bewußte Nutzung des Rauchbrandes.

Ule Ewelt, Pferde, Rauchbrandkeramik; Copyright: Ule Ewelt

Ule Ewelt, Pferde, Rauchbrandkeramik;
Copyright: Ule Ewelt

Als ich vor Wochen ihr Atelier in Hessen besuchte, hatte ich die Chance, die Auswahl für die Ausstellung aus dem Vollen zu treffen, denn Ule Ewelt hatte für den Tag der offenen Ateliers ihre Scheune dekoriert.

Showroom Ule Ewelt; Fotocopyright: Ewelt

Showroom Ule Ewelt;
Fotocopyright: Ewelt

Freuen wir uns also jetzt schon auf den nächsten Freitag,
den 29. April 2016, denn um 19.00 Uhr wird dann im CRAFTkontor die neue Ausstellung während der langen Bad Godesberger Galerienacht eröffnet.

www.nacht-der-galerien.de

 

Lesetip…

Als selber Bloggerin, lese ich natürlich auch andere Blogs…
politische – Kunst/Kunsthandwerk betreffende – Designblogs – Kochblogs und Einiges mehr…

Seid einiger Zeit lese ich auch den Blog von Maximilian Buddenbohm:
Herzdamengeschichten…
Ein sprachlich vergnüglicher, aber auch gesellschaftspolitisch engagierter Blog über diverse Themen: Tanz – Flüchtlingshilfe – Kinder – Backen  … und BÜCHER.
Und weil Herr Buddenbohm immer gut und locker schreibt, hier sein Hinweis zu einem Buch, in dem KERAMIK ein große Rolle spielt, aber nicht nur…:

„Gelesen:
Christoph Peters – Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln

Der Herr Peters ist mir bisher noch gar nicht über den Weg gelaufen, obwohl der recht produktiv ist. Das war ein reiner Zufallskauf am Bahnhof, da war noch etwas Zeit über bis der Zug kam und zack, hat man noch ein Buch mehr, Sie kennen das.

Das Buch habe ich auf einer Zugfahrt in Richtung Ostsee gelesen, und das war situativ bemerkenswert gut eingerichtet, denn an selbigem Gewässer spielt die Handlung des Romans. Ein japanischer Meister der altehrwürdigen Töpferofenbaukunst besucht ein winziges Kaff an der provinziellen holsteinischen Küste, um für einen deutschen Keramikkünstler einen Anagama-Holzbrandofen nach uralten Regeln zu bauen, damit eine bestimmte Traditionslinie japanischer Töpferei dort fortgesetzt werden kann. Weder hat der Meister Ahnung von Europa oder Deutschland, noch haben die Nachbarn der Baustelle oder das begleitende deutsche Filmteam irgendeine Ahnung von japanischen Riten oder japanischer Handwerkskunst, es stoßen also Welten zusammen. Das wird aber kein banaler Slapstick, obwohl der Meister zum Entsetzen seiner Gefolgschaft bald eine absonderliche Vorliebe für Mettbrötchen und Schnaps entwickelt und die Kneipenwirtin des Ortes sich so gar nicht an die japanische Etikette hält. Es ist auch kein schwiemeliger Esoterikklimbim, obwohl geisterhafte Folgen lang vergangener Ereignisse auch eine gar nicht so kleine Rolle spielen. Auf dem Cover steht “Humoreske”, ich finde, es ist eine gut erzählte, sehr fachkundig wirkende und auch amüsante Auseinandersetzung mit zwei höchst unterschiedlichen Auffassungen von Regeln, Handwerk, Handlungen, Tradition und Kunst.Und da geschieht dann noch etwas ziemlich Wundersames bei der Lektüre, wie es bei guten Büchern manchmal vorkommt: Die Sache mit der Keramik, die wird dann doch sehr interessant, geradezu spannend. Obwohl das sonst ein Weglaufthema erster Klasse für mich ist, geh mir bloß weg mit Töpferei, das ist doch alles komatös langweiliges Kunsthandwerk, das geht wirklich gar nicht. Aber in diesem Roman: ach guck, das ist ja interessant! Schon nett, was Literatur so kann. Von Christoph Peters dann demnächst noch mehr .

Eine Empfehlung übrigens auch für Menschen, die mit der Hand arbeiten, selbst wenn es dabei nicht um Töpferei geht. Einige Passagen, besonders zur Ausbildung im Handwerk, dürften auf jeden Fall interessant sein.“

Soweit Maximilian Buddenbohms Tip, den auch ich diesmal befolgen werde – das Buch kommt ins Osternest…

Save the date….

Ein wunderbares Event in Bad Godesberg, mit Fans weit über Bonn hinaus, jährt sich erneut…
Zum 4. Mal am FREITAG, 29. April 2016 findet wieder die lange GALERIENACHT in Bad Godesberg statt.

Banner Lange Galerienacht

1 Nacht 10 Galerien 1001 Eindrücke !

Verbringen Sie den langen Freitag Abend auf den Spuren der unterschiedlichsten Formen der Kunst: Graphik, Malerei, Skulptur, Objekt, Photographie und angewandte Kunst wollen entdeckt werden….

Eine Tour durch ein positives aktives Bad Godesberg – durch schöne Strassen und zu interessanten Adressen….
Zu Fuß, mit dem Rad oder dem Shuttleservice…
allein, mit der Familie oder Freunden…

Immer ein Erlebnis!

Das CRAFTkontor ist zum 4. Mal dabei und eröffnet an diesem Abend um 19.00 Uhr eine neue Ausstellung:

RAUCH-ZEICHEN
Sklupturen in Rauchbrandkeramik von Ule Ewelt

Ule Ewelt, Pferde, Rauchbrandkeramik; Copyright: Ule Ewelt

Ule Ewelt, Pferde, Rauchbrandkeramik;
Copyright: Ule Ewelt

und Kalligraphien von Ursula Werner

Ursula Werner "Duft" Kalligraphie auf Papier und Pergament;

Ursula Werner „Duft“
Kalligraphie auf Papier und Pergament;

Merken Sie sich das Datum vor und freuen sich auf einen besonderen Abend!

Herzliche willkommen bei meinen Kollegen/innen und mir!

 

Elke Sada Teil II

Ein neuer sehr wichtiger Zweig des Ouvres von Elke Sada endstanden nach der Reflexion eines Besuches in Hallstatt.

Elke Sada_Turdus iliacus (Hallstattpiece)_2011_H. 50cm
Elke Sada, Hallstatt-Gefäß, Keramik;

Sie beschreibt es so:
„Während des Gmundener Keramiksymposiums kam ich völlig begeistert von einem Besuch von Hallstatt zurück.
Dort hatte ich im Museum eine große, aus Fragmenten zusammen genietete Kupferschale gesehen und ich setzte diese Idee des sichtbaren, stückhaften Aufbaus gleich um.

Der Prozess, wie eine Arbeit entsteht, ist für mich sehr wichtig. Er ist für mich Teil des Ausdruckes und das will ich zeigen.

Jetzt hatte ich ein Gefäß vor mir – und nicht die Gipsplatten, auf denen ich sonst meine Engobebilder für die Capriccios male.
Es war voluminös und spornte mich an, mit einer kräftigen Farbe zu reagieren.
Es entstand eine Kommunikation mit dem Körper und die Malerei wurde ungeheuer intensiv.“ (Zitat Elke Sada)

Seither entstehen bis zu einhalb Meter große „Hallstatt“-Gefäße die Elke Sada einerseits großen körperlichen Einsatz abfordern, statische Experimente und Kentnisse zeigen und noch viel freier in der malerischen Gestaltung sind, als die Stücke der Capriccio-Serie.

ElkeSadaHallstadtIMG_2988
Elke Sada, Hallstatt-Gefäß, Keramik;

Die Komunikation mit dem Gefäßkörper setzte die Keramikerin auch in einer weiteren Serie Ihrer Arbeit fort,
den Nestern.
Hier steigert Sie den Ausdruck der Gestaltung eines luftig fragilen dreidimensionalen Eindrucks durch die Nichtfarbigkeit,
fordert das Material Keramik zur äußerst spielerischen Nicht-Masse, zeigt Fragilität, wo wir Festigkeit erwarten…

Wunderbare Nestlinge…

Elke Sada_Ink drawing (Nest)_25x32x31cm
Elke Sada, Kermikobjekt „Nest“

Ein Wort zu ELKE SADA…

Gerade wieder ( Christi Himmelfahrt) auf dem wie immer wunderbaren Keramikmarkt in Diessen am Ammersee stellte Elke Sada dem süddt. Sammlerpublikum ihre aktuellen Arbeiten vor.

Noch bis Ende Juni sind Arbeiten der Capriccio- Serie und 2 aufsehenerregende Hallstatt-Gefäße hier im CRAFTkontor zu sehen.

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Elke Sada, Schale aus der Serie Capriccios; Monotypie auf Keramik; (Copyright: Elke Sada)

Doch was ist so das besondere an ihr und ihren Arbeiten?

Bis 2000 arbeitete Elke Sada als chemisch-technische Assistentin in der Forschung in Deutschland, den USA und Italien.
Dort, in Italien, war ihre Lust an Farbe und Ton, die latent immer in ihrem Leben vorhanden war nicht mehr zu bremsen…
Nach ein paar Atelierpraktika entschied sie sich, grundlegend an das Thema heranzugehen.

Nach sorgfältiger Recherche entschied sie sich für ein Studium der Keramik an der für dieses Thema renommierten Bath Spa University in England.
Direkt nach dem erfolgreichen Abschluss dort verfeinerte sie ihre Studien mit dem Masterstudiengang angewandte Kunst am Royal College of Art in London. Gerade hier ermöglicht man den Studierenden umfassend experimentelle Zeiten ohne große Grenzziehungen zur freien Kunst – eine Freiheit, die man bei vielen englischen Gestaltern, aber auch bei Elke Sada spürt.
Seit ihrem Master in London ist sie freiberufliche Keramikerin – lange Zeit in Hamburg und jetzt in Leipzig.

Seit 2006 stellt sie öffentlich aus und sehr schnell wurden ihre Arbeiten von Sammlern und Jurys als außergewöhnlich gewürdigt:
Die Liste der Auszeichnungen und Ankäufe sind für ihr kurzes Keramikerinnen-Leben schon beeindruckend lang und daran das Ausnahmetalent nicht zu übersehen…
Fast alle renommierten Preise gehören mittlerweile dazu: (u.a.)
2009 Keramikpreis Int. Keramiktage Oldenburg;
2009 Preis der 5th Wolrd Ceramic Biennale in Icheon, Süd Korea;
2011 Dannerpreis;
2012 Ceramic Rewiew Award – Ceramic Art London;
2013 Parcours Ceramique Carougoise, Carouge;
2014 Prix David Miller, Bandol;

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Elke Sada, Detail einer Keramik aus der Serie Capriccios;

Was macht die Serie Capriccios so eigen?
„Capriccio: Pinsel – Strich – weit weich – Tropfen – tropfen – tropfen – Farbe – Felder – kräftig – Linien – schneiden…
Capriccio – Ein Zusammenspiel meiner Leidenschaft für expressive Malerei und die Liebe für schöne Gebrauchsgegenstände…“
so sagt es Elke Sada selbst.

Auf Gipsplatten malt sie abstrakte Bilder mit Engoben.
Auf dieses Bild läßt sie dann flüssige Keramik fließen.
Nach dem Prinzip der Monotypie in der Druckgraphik überträgt sich so das Bild auf den Ton, den sie dann im festen, aber noch frexiblen Zustand (lederhart) von der Gipsplatte abheben kann.
In Platten geschnitten, gewickelt, gefaltet und mit Schlicker „geklebt“, entstehen so die Gefäße.
Erst erfolgt dann der Schrühbrand, dann nach einigen Nacharbeiten und der Glasur , der Glasurbrand.
(nach Textauszügen von Elke Sada u. Schnuppe von Gwinner)

Die ausgewählten Fragmente eines freien Kunstwerks ergeben also im Zusammenspiel einer dreidimensionalen Gestalt, des Gefäßes, ein neues Kunstwerk….

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Elke Sada, Detail einer Keramik aus der Serie Capriccios;

Es enstehen dann große Schalen, siehe ganz oben, Vasen, siehe unten, oder z.B. Lieblingskaffeebecher für den
wunderbaren Tagesbeginn mit einem kleinen Kunstwerk…..

3_Elke Sada_Capriccio_Vase_H.31cm2_Elke Sada_Capriccio_Vase_H.33cm

Elke Sada, Vasenformen aus der Serie Capriccios, Monotypie auf Keramik;

Unikatkeramik zum Sammeln und Benutzen….