Am Puls der Zeit…

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An diesem Wochenende ist es wieder so weit:
Gestern eröffnete die renommierte GRASSI-MESSE, die Verkaufsmesse für angewandte Kunst und Design in Leipzig mit der Preisverleihung des GRASSI- Preises ihre Pforten.
Einige Male habe ich schon über diese Messe geschrieben, die für uns Galeristen, aber auch für alle Interessierten an angewandter Kunst und Kunsthandwerk auf internationalem Niveau ein MUSS ist.
Natürlich liegt für uns Rheinländer Leipzig nicht um die Ecke, ist aber grundsätzlich eine Reise wert und mit seiner sehr lebhaften Kulturszene, dem parallel stattfindenden DesignersOpen und der zum Kunstmekka umgebauten Baumwollspinnerei (Stichwort Neo Rauch) voll anziehender Ziele!

Die Preisträger des GRASSI-Preises diesen Jahres sind:
Sophie Baumgärtner – Schmuck;
Kang Kiko – Keramik;
Christine Matthias – Schmuck;
Robert Hahn – Möbel
UND
Elke Sada – Keramik.

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Elke Sada, Hallstatt-Gefäß, Keramik, freie Engobenmalerei.  (Copyright Elke Sada)

Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern, aber ganz besonders Elke Sada,
der bewunderten Protagonistin der diesjährigen Frühjahrsausstellung im CRAFTkontor…. so nah sind wir am Puls der Zeit !

Und nun auf den Weg Richtung Leipzig…!
www.grassimesse.de

Ein Wort zu ELKE SADA…

Gerade wieder ( Christi Himmelfahrt) auf dem wie immer wunderbaren Keramikmarkt in Diessen am Ammersee stellte Elke Sada dem süddt. Sammlerpublikum ihre aktuellen Arbeiten vor.

Noch bis Ende Juni sind Arbeiten der Capriccio- Serie und 2 aufsehenerregende Hallstatt-Gefäße hier im CRAFTkontor zu sehen.

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Elke Sada, Schale aus der Serie Capriccios; Monotypie auf Keramik; (Copyright: Elke Sada)

Doch was ist so das besondere an ihr und ihren Arbeiten?

Bis 2000 arbeitete Elke Sada als chemisch-technische Assistentin in der Forschung in Deutschland, den USA und Italien.
Dort, in Italien, war ihre Lust an Farbe und Ton, die latent immer in ihrem Leben vorhanden war nicht mehr zu bremsen…
Nach ein paar Atelierpraktika entschied sie sich, grundlegend an das Thema heranzugehen.

Nach sorgfältiger Recherche entschied sie sich für ein Studium der Keramik an der für dieses Thema renommierten Bath Spa University in England.
Direkt nach dem erfolgreichen Abschluss dort verfeinerte sie ihre Studien mit dem Masterstudiengang angewandte Kunst am Royal College of Art in London. Gerade hier ermöglicht man den Studierenden umfassend experimentelle Zeiten ohne große Grenzziehungen zur freien Kunst – eine Freiheit, die man bei vielen englischen Gestaltern, aber auch bei Elke Sada spürt.
Seit ihrem Master in London ist sie freiberufliche Keramikerin – lange Zeit in Hamburg und jetzt in Leipzig.

Seit 2006 stellt sie öffentlich aus und sehr schnell wurden ihre Arbeiten von Sammlern und Jurys als außergewöhnlich gewürdigt:
Die Liste der Auszeichnungen und Ankäufe sind für ihr kurzes Keramikerinnen-Leben schon beeindruckend lang und daran das Ausnahmetalent nicht zu übersehen…
Fast alle renommierten Preise gehören mittlerweile dazu: (u.a.)
2009 Keramikpreis Int. Keramiktage Oldenburg;
2009 Preis der 5th Wolrd Ceramic Biennale in Icheon, Süd Korea;
2011 Dannerpreis;
2012 Ceramic Rewiew Award – Ceramic Art London;
2013 Parcours Ceramique Carougoise, Carouge;
2014 Prix David Miller, Bandol;

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Elke Sada, Detail einer Keramik aus der Serie Capriccios;

Was macht die Serie Capriccios so eigen?
„Capriccio: Pinsel – Strich – weit weich – Tropfen – tropfen – tropfen – Farbe – Felder – kräftig – Linien – schneiden…
Capriccio – Ein Zusammenspiel meiner Leidenschaft für expressive Malerei und die Liebe für schöne Gebrauchsgegenstände…“
so sagt es Elke Sada selbst.

Auf Gipsplatten malt sie abstrakte Bilder mit Engoben.
Auf dieses Bild läßt sie dann flüssige Keramik fließen.
Nach dem Prinzip der Monotypie in der Druckgraphik überträgt sich so das Bild auf den Ton, den sie dann im festen, aber noch frexiblen Zustand (lederhart) von der Gipsplatte abheben kann.
In Platten geschnitten, gewickelt, gefaltet und mit Schlicker „geklebt“, entstehen so die Gefäße.
Erst erfolgt dann der Schrühbrand, dann nach einigen Nacharbeiten und der Glasur , der Glasurbrand.
(nach Textauszügen von Elke Sada u. Schnuppe von Gwinner)

Die ausgewählten Fragmente eines freien Kunstwerks ergeben also im Zusammenspiel einer dreidimensionalen Gestalt, des Gefäßes, ein neues Kunstwerk….

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Elke Sada, Detail einer Keramik aus der Serie Capriccios;

Es enstehen dann große Schalen, siehe ganz oben, Vasen, siehe unten, oder z.B. Lieblingskaffeebecher für den
wunderbaren Tagesbeginn mit einem kleinen Kunstwerk…..

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Elke Sada, Vasenformen aus der Serie Capriccios, Monotypie auf Keramik;

Unikatkeramik zum Sammeln und Benutzen….

Nachtwanderer….

Die lange Galerienacht am letzten Freitag in Bonn – Bad Godesberg liegt hinter uns….
Es war wieder eine tolle Erfahrung, so viele interessierte Besucher durch die 10 beteiligten Galerien stromern zu sehen, tolle Gespräche zu führen und die Schwerpunte der eigenen Galeriearbeit erläutern zu können.

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Die Stimmung war unter den „Nachtwanderen“ sehr gut und viele neue Gesichter versprechen auch jetzt im Nachhinein für die Wirkung so einer Nacht …

Hier im CRAFTkontor nahmen wir die Nacht zum Anlass, die neue Ausstellung „Capriccios“ zu eröffnen.

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Die Paarung von Elke Sada – Keramik und Tita do Rego Silva – Farbholzschnitt,  ist spannend anzusehen:
farbstark;
graphisch stark;
erzählerisch stark;
ungeheurer modern in der Keramik… im Interieur mit toller Wirkung;
wahnsinnig phantasievoll im Farbholzschnitt…warum nicht z.B. fürs Kinderzimmer..

Wer es noch nicht gesehen hat – Herzlich willkommen!

Ein großer Textilpreis für Ulrike Isensee !

GRATULATION  !

Ulrike Isensee ist der renommierte und nur alle 4 Jahre vergebene Lotte Hofmann-Preis für herausragende Textilkunst zugesprochen worden.

Anläßlich der GRASSI-MESSE in Leipzig am kommenden Wochenende wird er verliehen, und Ulrike Isensee mit einer Ausstellung ihrer großen textilen Wandgestaltungen mit einer Präsentation im Grassi-Museum für angewandte Kunst geehrt werden.

Freunde des CRAFTkontor kennen Ihre wunderbaren Webarbeiten, aber besonders ihre experimentellen Schal-Objekte – kleine Kunstwerke zum Tragen ein Jedes – schon jahrelang.
Phantasievoll schmückend peppen sie jedes schlichte Outfit immens auf…

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Ulrike Isensee, Schalobjekt, Seidentupefen, Leinen; Copyright: U.Isensee

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Urlike Isensee, Schal-Loop, Waschleder mit Leinen; Copyright: U. Isensee
                                   

Wer mehr über ihre größeren Gestaltungen sehen möchte, dem ermpfehle ich nachfolgenden Link auf den PDF-Katalog zur Ausstellung

http://www.ulrike-isensee.de/katalog/kunstkatalog.pdf

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Ulrike Isensee, Hommage an Niki de Saint Phalle; Versch. Stoffe, Leinen; Copyright: (U.Isensee)

INFOS:

GRASSI MESSE LEIPZIG
24. – 26.10. 2014
Verkaufsmesse für angewandte Kunst und Design
im GRASSI-MUSEUM
Johannisplatz 5 – 11
04103 Leipzig

www.grassimesse.de

Gleichzeitig finden die DesignersOpen an verschiedenen Hotspots in Leipzig statt.
An diesem Wochenende ist Leipzig die Hauptstadt des Designs und des Kunsthandwerks.

Jedes Jahr ein lohnender Besuch!

ART AUREA Magazin

Zum 5-jährigen Jubiläum des CRAFTkontor – Ihrer Galerie für Kunsthandwerk und Design in Bonn – Bad Godesberg
hat das sehr gute Magazin für angewandte Kunst, Schmuck und Design: ART AUREA uns einen Artikel gewidmet:

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Cover des aktuellen Magazins ART AUREA (Gestaltung Florian Ludwig)

Er erscheint in der Printausgabe Winter 2013 des vierteljährlich erscheinenden Magazins und in der Internetausgabe:
www.artaurea.de

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(Foto: Cynthia Rühmekorf)

ART AUREA ist ein MUSS für alle Freunde gut gestalteter Dinge.
Die Magazine sind im Bahnhofsbuchhandel und an Orten erhältlich, wo gute Gestaltung vermittelt wird.
Wir haben einige Exemplare vorrätig….

Schwerpunktthemen dieser Ausgabe ist die GRASSImesse in Leipzig und hier liefert das Heft gleichzeitig den
Ausstellerkatalog der Messe; Studiokeramik nach 1945 und die neue Teppichkultur um Jan Kath und andere Gestalter.
Die Fotostrecken des Heftes sind immer ein Erlebnis…

Die GRASSImesse ist gleichzeitig  mein Tip für Ihre Wochenendgestaltung oder den Trip in den Herbstferien:
Vom 25. – 27. Oktober öffnet sie sich für das Publikum in den wunderbaren Hallen des Grassimuseums, dem Museum für angewandte Kunst in Leipzig, dessen Sammlung und Ausstellungen auch ohne die Messe immer eine Reise wert sind!
www.grassimesse.de 
Öffnungszeiten Fr und Sa 10 – 19 Uhr / So 10 – 18 Uhr
Das Tagesticket zu 5 Euro (bis 18 Jahre freier Eintritt) berechtigt auch zum Besuch der Sammlungen
und des gleichzeitig stattfindenden Designers Open!

Schon wieder ein Preisträger…..

Diesmal geht die Gratulation ins Hohenloher Land zu FRIEDEMANN BÜHLER, der am vergangenen Wochende den GRASSI-Preis 2011 verliehen bekam, aber auch den anderen 3 Preisträgern herzliche Gratulation.

Das GRASSI-Museum Leipzig (generell ein fantastischer Tip, wenn Sie auf Spuren guter Gestaltung auch vergangener Epochen sind) ist jährlich Veranstalter der GRASSI-Messe.

Diese Grassi-Messe ist eine Publikumsmesse für exklusives Kunsthandwerk auf Gundlage einer sehr dezidierten Jury-Auswahl.
Die Qualität ist immer herausragend, so auch dieses Jahr und wer dort die renommierten Preise zugedacht bekommt, der ist wirklich mit seiner Arbeit Spitzenklasse.

 

Die Fachjury wählte nach eingehender Sichtung der Arbeiten aller 100 ausstellenden Künstler, Designer und Kunsthandwerker vier Preisträger aus:

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von links:

Der mit 3.000,-€ dotierte „Grassipreis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung“ geht an Friedemann Bühler, geb. 1966 in Stuttgart, Bereich Holz. Seine fein gedrechselten großen Holzschalen überzeugten die Jury.

Den mit 2.000,-€ dotierten „Grassipreis der Sparkasse Leipzig“ erhält Jasmin Matzakow, geb. 1982 in Aachen, Bereich Schmuck. Jasmin Matzakow schafft Broschen aus Schmuck, auf denen plastische Miniaturlandschaften an Canyons und Hochhausschluchten erinnern.

Der mit 2.000,-€ ausgelobte „Apolline-Preis“ geht an Ya-Kyung Shin, geb. 1981 in Pusan/ Südkorea, Bereich Metall/ Gerät. Ihre experimentellen Silbergefäße sind geprägt von Handabdrücken und individuellen Spuren. Sie spielt mit dem Gegensatz von glatter Außenhaut und bewegtem Innenleben.

Über den mit ebenfalls 2.000,-€ dotierten „Grassipreis der Galerie Slavik/ Wien“ kann sich Beate Eismann, geb. 1969 in Halle/ Saale, Bereich Schmuck, freuen. Im 3-D-Scanner liest sie historische Druckplatten ein, bearbeitet und formt sie um in transparent wirkende Anhänger.

Sie alle kennen Friedemann Bühler von seinen extrem dünn ausgedrehten Escheschalen im CRAFTkontor:

Friedemann Bühler Rote Schale

Tiefrot, Tiefschwarz oder Cremeweiß ist die jeweilige Farbfassung, damit die gebürstete Maserung und die strenge reduzierte Form allein wirken…
Bühler ist Nassdrechsler, d.h. die ausgedrehten Formen verändern sich im Trocknungsprozess leicht nach eigenem Willen…
Faszinierende Objekte…. neu sind jetzt sich oben wieder schließende Gefäßformen und immer wieder Ruhepunkte im Interieur sind die kreisrunden Wandobjekte….