Gastspiel….

Als Frühsommergäste hat das CRAFTkontor im Moment die Roundboards von Henry Gockel im Programm.  Henry Gockel, Roundboard im CRAFTkontor; (Foto: Craftkontor)Henry Gockel, Roundboard im CRAFTkontor; (Foto: Craftkontor)

Henry Gockel, Roundboard, MDF, Lack rot/schwarzHenry Gockel, Roundboard, MDF, Lack rot/schwarz (Copyright: Gockel)

Eigentlich Designer für die Autoindustrie, erwischt ihn manchmal die Lust, nützlich handfeste Objekte zu entwicklen.

Diesmal ist es ein universelles Kleinmöbel, das Roundboard:
ein halbrundes Regal perfekt für eine Diele,
neben dem Lieblingssessel,
als Nachtschränkchen,
Postament für eine besondere Skulptur oder Vase und und und…
Sie sehen, Ihrer Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt…Henry Gockel, Roundboard, MDF, Lack, Porzellan Christiane Ruff; (Copyright: Gockel)Henry Gockel, Roundboard, MDF, Lack, Porzellan Christiane Ruff; (Copyright: Gockel)

Ebenso in der Farbvielfalt:
-limetten-sommer-frisch-gelb;
-sailor-maritim-blau/weiß;
-pretty in pink;
-streng konsequent schwarz/weiß…Henry Gockel, Roundboard, MDF, Lack; (Copyright: Gockel)Henry Gockel, Roundboard, MDF, Lack; (Copyright: Gockel)

16 Varianten sind im Angebot, aber und das ist das Tolle, man kann auch über einen Figurator das ganz individuelle Modell erstellen lassen !
Das Ganze ist wie Alles im CRAFTkontor Manufakturarbeit….
So individuell wie Sie !

Herzlich willkommen!

DRESDNER Geschichten…

Im letzten Post habe ich von der Entdeckung Karin Merkls aus Wien und ihren fantastischen Seide-Merinowolle-Stolas auf der letzten EUNIQUE, Publikumsmesse für Kunsthandwerk, im Mai in Karlsruhe geschrieben…

Das war nicht die einzige Neuentdeckung für mich im Bereich Textil:
Das Tuchdruckatelier JONAS & CLAUSNITZER ragte ebenfalls weit aus dem Gestaltergetümmel heraus…

Seide ist ein besonderer Stoff, der mit elegantem Glanz fasziniert. Mit ihrer schmiegsamen Leichtigkeit und der Eigenschaft, bei Kälte zu wärmen und bei Hitze zu kühlen, stellt Seide ein ideales Material für Tücher dar.
Außerdem nimmt Seide Farben sehr gut auf und ist deshalb eine passende Grundlage für Drucke. 

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Britta Jonas & Irina Clausnitzer, 2 Ansichten des Seidentuchs „Tintenteufel“,
Siebdruck auf schwerer Seide, limitierte Auflage von 20 Stück;
(Copyright: Jonas & Clausnitzer)

In ihrer Dresdner Seidentuchmanufaktur TUCHDRUCK JONAS & CLAUSZNITZER, gegründet Anfang 2013, bedrucken die zwei Gestalterinnen ausschließlich Seide, und das nur mittels Handsiebdruck.
Dieses Verfahren macht aus jedem Tuch ein einzigartiges Schmuckstück.
Die Farben trocknen auf dem glänzenden Stoff matt auf, und so entsteht eine fast reliefartig anmutende Oberfläche.
Beim Siebdruck arbeitet man mit sehr feinmaschigen, auf Rahmen gespannten Geweben.
Für jedes Druckbild und jede Farbe muss ein extra Sieb vorbereitet werden, auf dem die Maschen der nicht druckenden Stellen verschlossen und die der druckenden Stellen offen und damit farbdurchlässig sind.
Dieses Sieb wird in einen Drucktisch eingespannt, Farbe wird aufgetragen und mit einem breiten Rakel über das jeweilige Sieb gezogen.
Für jede Farbe und jedes neue Muster wieder erneut…
Dies ist eine sehr diffizile Arbeit, die hohe Präzision, beste Zusammenarbeit der beiden Druckerinnen und Feinfühligkeit erfordert.

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Diese hohe Anforderung, die Beide an Ihre Arbeit und an die Entwürfe richten, bedingt, dass sie von jedem Design nur 20 limitierte Examplare drucken.
Exquisite Ergebnisse in exklusiver Auflage – Haute Couture….

Britta Jonas ist bildende Künstlerin. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden Bildhauerei bei Martin Honert und Karl-Emanuel Wolff. Britta Jonas lebt und arbeitet in Dresden und Frankfurt am Main. Neben dreidimensionalen Arbeiten und dem Animationsfilm ist der Siebdruck auf verschieden Materialien ein wichtiger Teil in ihrem Œuvre. (siehe: http://www.brittajonas.de)

Irina Claußnitzer leitet seit 1993 die Siebdruckwerkstatt an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Außerdem führt sie die Druckwerkstatt RAUTEDRUCK, in der sie seit 1990 für zahlreiche namhafte Dresdner Künstler Siebdrucke (Serigraphien) auf Papier und anderen Materialien anfertigt.

In langjähriger Zusammenarbeit konnten die Beiden bereits verschiedene Projekte verwirklichen,
bei denen das Drucken auf textilen Untergründen eine große Rolle spielte….
(Textausschnittzitat von Jonas u. Clausnitzer)

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Britta Jonas & Irina Clausnitzer, Schals „Jongleur“ und „Istanbul“
Siebdruck auf Seide, limitierte Auflage von 20 Stück;
(Copyright: Jonas & Clausnitzer)

Phantasievolle Musterkombinationen zum Teil ergänzt mit Zitaten klassischer Muster , wie Spitze oder Hahnentritt, breiten sich opulent auf den Seidenfoulards aus.
Tücher oder Schals stehen zur Auswahl und verleiten Damen und Herren gleichermaßen zum vergnügten Tragen… !

Erhältlich exklusiv in der Sommerausstellung im CRAFTkontor ab 16. Juli bis Mitte September 2015.

Handwerk und München….


Wie viel Arbeit  – Handarbeit – in einzelnen Kleidungsstücken oder Objekten steckt ist  Kennern des Kunsthandwerks vorstellbar.

Doch informierte Liebhaber und Kenner des Kunsthandwerks machen leider immer noch nur einen Bruchteil der Käufer von Interieurobjekten und Kleidung aus.
Materialgerechtigkeit, perfekte kunstvolle Ausführung, Nachhaltigkeit weil Wertigkeit und und und sagen dem Normalverbraucher/Preiswertkunden nichts.
Klassische Zeitlosigkeit, langsame Weiterentwicklung, Materialerforschung sagen der Schnelllebigkeit eines „Was ist IN-Käufers“ nichts…

Nach einer großen Print-Werbekampagne im Laufe der letzten 2 Jahre, in denen Louis Vuitton Handwerker-Manequins im Stile alter Meister beim Arbeiten ablichten ließ, nutzt nun das große französische Traditionshaus HERMES im Moment ein Gastspiel im Münchener Haus der Kunst um ein breites Publikum durch die Verführung mit dem eigenen Namen zum Kunsthandwerk zu führen:

Hermes zeigt sein „Festival des Métiers“ im Haus der Kunst

Präzise Handarbeit und jahrelange Erfahrungen verschmelzen in der Produktion großer Manufakturen auch zu Handwerkskunst. Dass das in Zeiten von großen Modeketten und kurzlebiger Trends zur Seltenheit wird, wissen wir, arbeiten aber zum Beispiel mit unseren Galerien für Kunsthandwerk aktiv dagegen an.
Um die Handwerkskunst zu zeigen, hat Hermes das „Festival des Métiers“ ins Leben gerufen.

Vom 13. – 18. Juli holt die Kunsthandwerker-Wanderausstellung dafür französische Handwerker aus acht bis zehn unterschiedlichen Métiers des Luxuslabels nach München. Im Terrassensaal des Hauses der Kunst kann man den Zauber des Savoir-faire entdecken, das in unterschiedliche Objekte von Hermès seit der Gründung im Jahre 1837 einfließt.
Ob Handtasche, Schal, Schmuckstück, Uhr, Porzellan oder Sattel. Die Besucher gewinnen einen einzigartigen Einblick in die Herstellung der Produkte und können zu jedem Arbeitsschritt ihre Fragen an den Fachmann richten.

Terrassensaal im Haus der Kunst , Prinzregentenstr. 1, München
13.-18. Juli 2012 , Eintritt frei
täglich 12 bis 20 Uhr

Ein löbliches Gastspiel einer großen Manufaktur, die durch ihre Wertschätzung des Handwerks im eigenen Produktionsprozess und auch in der Aus-und Weiterbildung eigenen Handwerkernachwucheses gegen die Vermassung und billige Ramschware an arbeitet.
Andereseits ein zweischneidiges Schwert, da die „Adelung“ der Produkte durch eine Ausstellung in einem Museumsanbau, durch ein Marketingevent erfolgt, das die Highend-Preise verfestigt.

Was bringt das den Guten, dem exellenten Kunsthandwerkern in den kleinen Werkstätten, den Könnern der Handnaht, den Drehern hauchzarter Porzellanobjekte, den Handdruckern …
Hier kämpft Jede/r um eine angemessene Bezahlung der feinen Objekte in geringster Anzahl – hier wird von gelabelten vierstelligen Zahlen für ein Objekt geträumt.

Kunsthandwerk gleicher oder sogar besserer Qualität ohne Label ist dem normalen Käufer lange nicht soviel wert und das ist nach wie vor sehr schade!

Aber dies zeigt die momentane größere Verankerung des Themas Kunsthandwerk, bzw. Handwerk in  der öffentlichen Wahrnehmung (und hoffentlich ist es nicht nur eine Modewelle).
Zu sehen auch schon an Berichten über deutsche Manufakturen (Nymphenburg, Mayer’sche Hofkunstanstalt, Orgelbau Klais, Werkstätten Hellerau) 2010 im Magazin der Süddeutschen (Nr. 39) und in Architektur und Wohnen (5/10).

Zeitgleich jetzt lesbar in einer mehrteiligen Artikelreihe auf www.stylepark.com
und durch die Herausgabe des Bandes „Handgemacht“, Die schönsten Manufakturen Deutschlands.
Hrsg. Florian Langenscheidt & Prof. Peter May. Verlag Deutsche Standards, Editionen 2012.

Vorenthalten möchte ich Ihnen an dieser Stelle nicht den Film in eigenen Sache des deutschen Handwerks – bedenkenswert!, nachdem ich Ihnen aus werbetechnischen Gründen schon keine Fotos in diesem Artikel zeigen kann….:

http://www.youtube.com/watch?v=1TwIUgd7eb0&feature=player_embedded