TRESOR Contemporary Craft in Basel

Basel hat am 21. – 24. September einen neuen Anziehungspunkt für Gestaltung:
Das Museum Tinguely – die Fondation Beyerler – das Schaulager und das Vitra Design Museum im nahen Weil am Rhein, um nur einige zu nennen, sind ja immer eine Reise wert, an diesem Wochenende stellt sich aber eine neue prachtvolle Sammlermesse für angewandte Kunst und Kunsthandwerk vor:

TRESOR contemporary craft

TRESOR contemporary craft ist eine neue internationale Plattform für hochwertige Handwerkskunst und zeitgenössische Angewandte Kunst, die ihre Türen vom 21. bis 24. September 2017 erstmals in der Messe Basel öffnet.Anke Neumann, Spin-Around; Lichtpapier, Flachs-Leinenpapier mit LEDFasern; Foto und Copyright: Anke NeumannAnke Neumann, Spin-Around; Lichtpapier, Flachs-Leinenpapier mit optischen Fasern, LED; Foto und Copyright: Anke Neumann

Mit mehr als vierzig Ausstellern aus der Schweiz, aus Europa und aus dem Rest der Welt wird die Messe zu einem attraktiven Treffpunkt für Sammler und Kunstinteressierte, an dem spannende Trends und Innovationen im Bereich der zeitgenössischen Handwerkskunst zu entdecken sind. Das einzigartige Messekonzept setzt nicht auf herkömmliche Kategorien wie Kunst, Handwerk, Design oder Architektur, sondern fokussiert auf den Handwerkskünstler und die Geschichten hinter den einzelnen Werken.Fukumoto Fuku, Tsukikage II, 2016, Porzellan, Foto ESH-Gallery, Copyright Fukumoto Fuku;Fukumoto Fuku, Tsukikage II, 2016, Porzellan, Foto ESH-Gallery, Copyright Fukumoto Fuku;

Die kuratierten Räume (Curated Spaces) greifen die aktuellen Trends rund um je ein Material oder eine Technik auf:
So werden im Raum „The Analogue Digital Wonder Lab“ Schmuckstücke präsentiert, die aus einer Kombination von Gold- und Silberschmiedekunst mit 3D-Druck und haptischer Technologie entstanden sind.
„Big and Bold“ wirft Licht auf einige der herausragendsten Künstler, die mit Tonerde arbeiten.
„Re-crafting Edison“ vereint kreative Designer und Macher, die mit elektrischem Licht arbeiten.
„Alchemy: from Base Metal to Gold“ präsentiert zeitgenössische Kunstschmiede, die mit Silber und Gold arbeiten, aber auch mit Metallen experimentieren.Dominique Labordery, Kollier Silber, Turmalin; Foto Galerie Annick Zufferey, Copyright D. LaborderyDominique Labordery, Kollier Silber, Turmalin;
Foto Galerie Annick Zufferey, Copyright D. Labordery

Und „A Whiter Shade of Pale“ zeigt eine neue Generation von Glas-Künstlern, deren Arbeit auf traditionellen Techniken beruht, dabei aber zeitgenössische Eleganz und Selbstvertrauen versprühen.

Aus Deutschland sind allein die exquisiten Gallerien von Rosemarie Jäger aus Hochheim, Galerie Spektrum und Galerie Biro aus München vertreten !

Datum & Zeit
21. September 2017
24. September 2017
Weitere Informationen
http://www.tresor-craft.com
Veranstaltungsort
Messe Basel, Schweiz

Sonngard Marcks – Keramische Bildwelten

S.Marcks Teller Fliege.PersischerStoff D32,5

Sonngard Marcks, Teller „Fliege“ , Fayencemalerei auf Keramik;

Eine herausragende Keramikerin unserer Zeit hat in Kooperation mit der Neuen Sammlung München (Pinakothek der Moderne)  in Bielefeld eine Einzelausstellung bekommen.
Wenn Sie in der Nähe sind: hier meine Empfehlung zu einem Besuch !!

Kenner des CRAFTkontor lieben sie aus zwei vergangenen Ausstellungen „Stillleben“ und „Botanica“.
Diese Ausstellungstitel geben schon Hinweise auf den Schwerpunkt ihres Schaffens, der feinfühligen Malerei von Fauna und Flora in zauberhaften Kompositionen und das, wenn man mag, sogar auf nutzbaren Formen !Sonngard Marcks, Schale "Birnen", Detail der Fayencemalerei auf KeramikSonngard Marcks, Schale „Birnen“, Detail der Fayencemalerei auf Keramik

„In der zeitgenössischen Keramik ist Sonngard Marcks eine feste Größe. Die Ausstellung beleuchtet ihr Schaffen der letzten 20 Jahre. Spannend zu beobachten ist die permanente künstlerische Weiterentwicklung. Stillstand gibt es bei ihr nicht, stets ist die Künstlerin auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen.

Beginnend in den 1990er Jahren dominiert bei Sonngard Marcks die ungesinterte, rote Irdenware mit dunklem Scherben und einer eher transparenten Engobe- und Glasurmalerei. Inhaltlich ist die Malerei von abstrakt-geometrischen Elementen geprägt. Auch die Objekte selbst – Kannen, Teller, Schalen, Vasen, Objekte  –  sind deutlich der geometrischen Formgebung verpflichtet. Allgemein ist diese Phase von einem freien, spielerischen Umgang mit jeglicher Form bestimmt, wird der Geste des Zufalls Spielraum gewährt.

Nach dem Jahr 2000 verschiebt sich der Schwerpunkt ihrer Arbeit in Richtung Fayencetechnik, Bedeutung erlangt der zinnglasierte, weiße Malgrund, wichtig wird nun auch die Präzision im malerischen Detail. Eine weitere Veränderung betrifft das Thema der Glasurmalerei, die Künstlerin arbeitet nun gegenständlich, sie widmet sich zusehends Motiven aus Fauna und Flora. Zunächst noch grafisch abstrahiert, geraten die dargestellten Wesen immer naturalistischer, schließlich bekommen sie sogar in Beigabe einer Schattenzeichnung die dritte Dimension zugestanden. Auch dürfen Früchte plastisch bzw. objekthaft auftreten. Was so in Erinnerung barocker Schaugerichte beginnt, mündet schließlich in Collagen und Installationen.

Sonngard Marcks studierte an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein (heute Kunsthochschule Halle a. d. S.). Sie erhielt zahlreiche Preise: Keramikpreis Neuburg/Donau (Sonderpreis der Jury 1992), Keramikpreis der Stadt Bürgel (1997), INAX Design Prize for Europeans (Tokio/Tokoname, Japan, 1998), Oldenburger Keramikpreis (2003 und 2004), Dießener Keramikpreis (2008) und Bayerischer Staatspreis (2008). “

Museum Huelsmann – Weiße Villa
Ravensberger Park 3
D-33607 BielefeldÖffnungszeiten
dienstags bis samstags 14 – 18 Uhr
sonntags 11 – 18 Uhr

Öffentliche Führungen: Mi, 10.05.17 + 14.6.17 + Sa, 01.07.17, jeweils 15 Uhr
Kulturcafé: Mi, 17.05.17 + 21.06.17, jeweils 15.30 Uhr (Anmeldung Tel. 0521 – 51 37 66)
Finissage: So, 13.8.17, 17 Uhr

Katalog: Sonngard Marcks – Keramische Bilderwelten
Herausgeber: Angelika Nollert, Die Neue Sammlung, München
Text: Josef Straßer, Vorwort: Angelika Nollert
München: Die Neue Sammlung, 2016
ISBN 978-3-9813755-9-615

Aus dem Vollen….

Ein Wochenende in München liegt einige Tage hinter mir…Inge Kern, Glaskette, geschliffene Überfangperlen mit farbigen Kanten; (Foto: Craftkontor; Copyright: Inge Kern)Inge Kern, Glaskette, geschliffene Überfangperlen mit farbigen Kanten; (Foto: Craftkontor; Copyright: Inge Kern)

Es stand der Besuch der IHM, der Internationalen Handwerksmesse an.
Dort in Halle B1 zeigen Kunsthandwerker unterschiedlichster Gewerke ihr Können – es gibt die Ausstellung „Young masters“ und die beste kuratierte Schmuckausstellung von Autoren – und Avantgardeschmuck Deutschlands zu sehen. Schmuck ist schon einige Wochen vor der IHM durch die Schmuckmesse INHORGENTA präsent und von dieser bis zur IHM ist München DIE Schmuckstadt überhaupt…(Munich Jewellery Week etc.)
Viele kleine Veranstaltungen und Schauen in Ateliers und Galerien begleiten diesen Zeitraum und auch in der Neuen Sammlung, dem Münchner Museum für Gestaltung gbit es eine Schwerpunktausstellung: dieses Jahr über die 80 jährige Grand Dame der skandinavische Schmuckkunst Tone Vigeland, ihren  Schmuck und die Objekte (bis 11.06.2017 www.dnstdm.de).

Der Aufenthalt in München war für mich neben dem Genuss an hochkulturellem Schmuck, die Möglichkeit zum Besuch bei Inge Kern, einer meiner Künstlerinnen, die sich seit ca. 40 Jahren dem Sammeln böhmischer Glasperlen aus Gablonz widmet…Glasketten von Inge Kern (Foto: Craftkontor)Glasketten von Inge Kern (Foto: Craftkontor)

…dem Sammeln, dem Genuss, der Erweiterung ihres Wissens um Techniken und Stile und dem Arbeiten damit.
Was für ein unendliches Wissen und wie viele nette Geschichten sie über die Manufakturen und die Perlen hat – eine Kennerin, unter anderen Sammlern und Fachleuten geschätzt und zu immer neuen „Schatzhebungen“ von Perlen im Antiquitätenhandel oder in verschwiegenen Lagen bereit.

Für mich war es eine Freude, von ihr zu lernen und bei ihr aus einer unendlichen Fülle fertiger Ketten für die Galerie auswählen zu können…Glasperlenketten Inge Kern (Foto: Craftkontor)Glasperlenketten Inge Kern (Foto: Craftkontor)

– nicht zu schweigen von den waren Wundern, die noch in den vielen Perlenkartons in ihrem Atelier schlummern – veilleicht komme ich dazu mir diese anzusehen, beim nächsten Besuch…Inge Kern, Glasblütenkette, Lampenperlen, alt; (Foto: Craftkontor)Inge Kern, Glasblütenkette, Lampenperlen, alt; (Foto: Craftkontor)

Zu den wunderbaren Ketten, die ich aus München bekommen haben, gehört obige „Frühlingswiese“ – vor der Glasmacherlampe handgearbeitete Blütchen und Blättchen – jedes anders -phantasievoll und prächtig.
Diese Perlen stammen aus den 30er Jahren und sind heute eine Seltenheit – so als Kollier gearbeitet, jedes Blütchen gestiftet und mit Blatt kombiniert,  ein Frühlingstraum!
Wunderbar auch eine Kette aus doppelt gebohrten Perlen, die Inge Kern graphisch fädelt – eine eher sportliche Kette.Inge Kern, Glasperlenkette (Foto: CRAFTkontor)Inge Kern, Glasperlenkette (Foto: CRAFTkontor)

Auch diese Perlen stammen aus den 30er Jahren und sind doch so anders als die Blütenperlen.

Alle Fotos dieses Beitrags zeigen Ketten von Inge Kern – die zwei Fotos farblich
sortierter Kästen geben einen Eindruck des wunderbaren Vorrats, den die Galerie im Moment zur Verfügung hat…

Möglichkeiten für farbstarken Schmuck zur Frühjahrs- und Sommermode!
Herzlich willkommen!