„Die Welt ist jetzt reif für einen handwerklichen Humanismus“

„Der Mann, der das sagt, ist Dr. Franco Cologni, einer der erfolgreichsten Manager großer europäischer Manufakturen und Luxusmarken.
Aber der Italiener hatte stets die Kultur als Ganzes im Blick:
Gemeinsam mit Johann Rupert gründete es deshalb die Michelangelo Foundation. Ihr geht es um die Bewahrung, Förderung und gesellschaftliche Wahrnehmung der Handwerkskünste.“
(Zitat: Art Aurea 3/2020

Dr. Franco Cologni und Johann Rupert, Michelangelo Foundation
(Copyright Michelangelo Foundation / Quelle Art Aurea 3/2020)

„Die Welt des Kunsthandwerks ist eine Welt der Vielfalt und Verschiedenartigkeit, was einen großen Wert darstellt. In einem internationalen Kontext, der sich bedenklich in Richtung einer Angleichung der Geschmäcker zu bewegen scheint, stellt das Kunsthandwerk für einen jeden die Möglichkeit dar, nicht nur einfach ‚Konsument‘ zu sein, sondern ‚ Auftraggeber‘ zu werden. Das bedeutet Teilhabe… „
(Zitat aus einem Interview der Art Aurea 3/2020)

Um die Möglichkeit einer europaweiten Ein- und Übersicht über die besten Kunsthandwerksateliers zu bieten, präsentiert die Michelangelo Foundation den: Homo Faber Guide: ab 17.09.2020 online

„Eine einzigartige digitale Plattform, die am 17. September 2020 mit über 650 Kunsthandwerkern in über 25 europäischen Ländern: Österreich, Belgien, Bulgarien, Tschechische Republik, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Island, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Spanien, Schweden, Schweiz, Niederlande, Vereinigtes Königreich und die Niederlande startet
Neu ausgewählte Handwerker erscheinen wöchentlich mit dem Ziel, bis 2021 über 1.000 Meister und aufstrebende Talente zu präsentieren.
Deutschland ist bislang mit über 70 Kunsthandwerkern vertreten.

Im Homo Faber Guide und schon in einer Ausstellung im CRAFTkontor:
Elke Sada, Keramikgefäß aus der Serie Capriccio; (Copyright: Elke Sada)
Der Homo Faber Guide stellt Ihnen die Welt des Kunsthandwerks in Europa vor. Er bietet Zugang zu den besten Handwerksmeistern, aufstrebenden Talenten, Galerien, Museen, Herstellern und Ateliers aus dem ganzen Kontinent.

Mit dem CRAFTkontor, Ihrer Galerie für Kunsthandwerk in Bonn-Bad Godesberg, haben Sie direkt vor Ort eine Adresse, die ausgewähltes und außergewöhnliches Kunsthandwerk bietet.
Die Chance ist hier, meisterliche Objekt direkt anzufassen und zu diskutieren…

Im Guide entdecken Sie einzigartige Kunsthandwerker aus allen Ecken Europas, von den Glasbläsern aus Venedig bis zu den Keramikern aus Stockholm, von den Gobelinwebern aus Paris bis zu den Druckgraphikern aus London, von den Schmuckherstellern aus St. Petersburg bis zu den Vergoldern aus Wien und sogar aus den verborgensten Winkeln des Kontinents. Bewundern Sie die Vielfalt der Materialien, der menschlichen Fähigkeiten und der schönen Gegenstände.

Im Homo Faber Guide vertreten und in einer Ausstellung im CRAFTkontor:
Monika Debus, Form ohne Titel, Keramik; (Copyright: Monika Debus)

Stöbern Sie nach Ländern und Städten oder nach speziell kuratierten Themen, wie z.B. Mosaikkünstlern in Italien, um ein begeisterndes Spektrum von Kunsthandwerkern zu finden und ihre inspirierenden Geschichten zu entdecken.

Im Homo Faber Guide und schon in einer frühen Ausstellung im CRAFTkontor: Monika Bindernagel, Zuckergefäß und Löffelchen, Sterlingsilber, handgetrieben; (Copyright: Minoka Bindernagel)
Im Homo Faber Guide und schon in einer frühen Ausstellung im CRAfTkontor:
Monika Bindernagel, Zuckergefäß und Löffelchen, Sterlingsilber, handgetrieben.
(Copyright: Bindernagel)

Die Kunsthandwerker werden von der Stiftung und den Mitgliedern ihres internationalen Netzwerks oder von designierten Botschaftern empfohlen – renommierte Persönlichkeiten aus der Welt des Handwerks, der Kreativität und des Designs. Sie werden dann von der Stiftung nach den elf Kriterien für Exzellenz ausgewählt, die Alberto Cavalli, Co-Direktor der Michelangelo-Stiftung, in dem Band „The Master’s Touch“ beschrieben hat.
Entdecken Sie die Empfehlungen der Botschafter Ihrer Stadt – zum Beispiel die bevorzugten Pariser Kunsthandwerker des Designers India Mahdavi – und die Adressen der besten italienischen Kunsthandwerker-Workshops der Galeristin Carla Sozzani.

Eine Fundgrube europäischer Erfahrungen: Workshops, Kurse, Ausstellungen und Führungen, die von Kunsthandwerkern, Museen und Galerien angeboten werden.
Erleben Sie Handwerk in den Händen eines Meisters, vom Siebdruck im Vereinigten Königreich über die Schmuckherstellung in Portugal bis zur Stickerei in Italien.
Finden Sie Erlebnisse vor Ihrer Haustür oder weiter entfernt in farbenfrohen europäischen Städten.
Stellen Sie Ihre eigenen, maßgeschneiderten Reiserouten zusammen
und wenden Sie sich direkt an Kunsthandwerker, Galerien und Museen, um Ihre maßgeschneiderten Erlebnisse zu buchen.
Hochgradig interaktiv, erstellen Sie Ihr eigenes Konto, „mögen“ Sie Ihre Lieblingshandwerker und empfehlen Sie sie an Freunde weiter. Es enthält auch eine App, die das Surfen unterwegs erleichtern soll, indem sie neue Handwerker hinter jeder versteckten Ecke entdecken.
Erstellen Sie Ihren eigenen einzigartigen Kunsthandwerker-Rundgang.

Ab dem 17. September 2020 können Sie homofaberguide.com besuchen.

Die Michelangelo-Stiftung für Kreativität und Kunsthandwerk ist eine internationale, gemeinnützige Institution mit Sitz in Genf, Schweiz, die das Meisterhandwerk feiert und bewahrt und seine Verbindung zur Welt des Designs stärkt.
(Pressetext der Michelangelo Foundation frei ins Deutsche übersetzt von Schnuppe von Gwinner)
Michelangelo Foundation, 1 Pont de la Machine, 1204 Genève, Schweiz

Eine tolle Möglichkeit , sich umfassend zu informieren, gerade in einer Zeit, die das Reisen schwierig gemacht hat.
Es geht aber nichts über den direkten Besuch im Atelier oder einer präsentierenden Galerie: hier ist das Gespräch persönlich und fachkompetent, hier kann man Entdeckungen machen und sie haptisch gleich erfahren.

Das CRAFTkontor lädt Sie herzlich dazu ein: Kunsthandwerk erlebbar !

Löffelchenstellung….

Denken Sie sich nichts dabei – wir sind beim Thema „Tisch und Tafel“.

Zu jeder guten Porzellan- oder Keramiktasse, gehört ein gut gestalteter Löffel ( sollte eine Selbstverständlichkeit sein… )
und es gibt auch wieder viele junge Silberschmiede/innen, , die sich wieder intersiv mit dem Thema „Löffel“ beschäftigen.

Speziell und preisgewürdigt ist die Arbeit von Antje Dienstbir.
Ihre Studien zum Löffel gehen bis in Richtung bildende Kunst – zeigt den Löffel nicht allein als „form follows function“ , sondern als etwas, was alle Sinne berühren kann – es sind Formexperimente – neuerdings macht sie sich auch um die ergänzende Schale Gedanken…

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Antje Dienstbir, Silberlöffel mit passenden Schälchen (Foto Schnuppe von Gwinner-craft2eu)

„Die Intention meiner Arbeit ist, dem Löffel als Form nachzugehen,
nicht der Funktion eines Löffels als Essgerät gerecht zu werden.”
(Antje Dienstbir)

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Antje Dienstbir, Löffelvariarionen (Foto A. Dienstbir)

Für diese ästhetischen „Versuchsreihen“
ist sie schon mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet worden:
Im Jahr 2000 mit dem Hessischen Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk;
2001 und 2008 mit einem Preis der GRASSI-Messe, Leipzig und nicht zuletzt
2009 mit dem WCC-Europe Award for Contemporary Crafts der EUNIQUE, Karlsruhe.

Die momentane CRAFTkontor-Ausstellung „Augenschmaus“ zeigt dagegen
Variationen von „funktionierenden“ Löffeln.
Arbeiten von Corinna Loelgen – Staatspreisträgerin Silber in NRW 2012
und von Marit Bindernagel.
2 Frauen, 2 Stile….

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(Foto Corinna Loelgen)

Oben stelle ich Ihnen Corinna Loelgen mit zwei sehr unterschiedlichen Löffeln von:
links ein moderner, farbiger Espressolöffel –
klassische Form, zeitgenösische Materialkombination (Silber, geschmiedet, Acryl, montiert).
rechts geschmiedete Latta macchiato-Löffel,
eher eine Spatelform, d.h. ohne ausgeprägte Laffe und so sehr schlicht….

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(Fotos Marit Bindernagel)

Hier zwei Löffeltypen von Marit Bindernagel:
links leitet sie vom Körper einer Libelle die Grundform eines schmalen Espressolöffels ab;
rechts bildet die Griffbewegung „Zeigefinger gegen Daumen drücken“ die Griff-Mulde
und erübrigt einen klassischenh Stiel, der dann direkt mit der Laffe zum Zuckerschöpfer
ergänzt wird. Diesen Löffel gibt es in rein Silber und in Silber mit wunderbaren Farben emailliert!

Nur ein kleiner Ausschnitt zum Thema Löffel und ich bin sicher,
dass in der langen Geschichte dieses,
sehr früh in der Menschheitsgeschichte die Hand erweiternde Gerät,
längst noch nicht alles gesagt ist.